Simson SR50 B4

Wir haben ihn nicht mehr – unser treuer Stadtroller ist verkauft.
Irgendwann fiel die Entscheidung und statt des Rollers sind wir nun mit unserem Smart und dem Neptun unterwegs.
Hier taucht er natürlich noch auf, weil er in verschiedenen Reiseberichten vorkommt.


unsere Simson SR50 B4, ein Stadtroller

Irgendwann haben wir uns entschieden für weitere Strecken, die wir vom Stellplatz oder Campingplatz zurücklegen wollen, ein motorisiertes Zweirad zuzulegen. Unsere Wahl fiel dabei schnell auf ein Kleinkraftrad der Marke Simson.

SIMSON ist die Kurzbezeichnung eines ehemaligen Waffen- und Fahrzeugherstellers, der im Laufe seiner Geschichte mehrmals umstrukturiert und auch umbenannt wurde. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 1856 von den beiden Brüdern Löb und Moses Simson in der thüringischen Stadt Suhl gegründet. Seine Bekanntheit erlangte Simson durch die in der DDR hergestellten Zweiräder.

Mit einer Simson (S51 B4) war ich schon in meiner Jugend unterwegs und erinnerte mich an die Zuverlässigkeit dieser Kultfahrzeuge aus der DDR. Sollte es doch einmal Probleme mit dem Roller geben, ist die Reparatur der übersichtlichen Technik nicht kompliziert und kann vom Laien vorgenommen werden.

das Kleinkraftrad

Ein Kleinkraftrad – (umgangssprachlich Mokick, Moped oder Roller) – ist ein motorisiertes Zweirad oder Dreirad mit einem maximalen Hubraum von 50 cm³ oder bis zu 4 kW Motorleistung und einer durch die Bauart bedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h. Die SIMSON (S50, S51, SR50 usw.) kann in Deutschland als Kleinkraftrad mit einem Versicherungskennzeichen zulassungsfrei gefahren werden (Führerscheinklasse AM). Dies gilt im Zuge der Besitzstandswahrung auch für die bis 1992 produzierten Versionen, die bis 60 km/h zugelassen sind.*

Technische Daten:
– Einzylinder-Zweitakt-Ottomotor Simson M531 
   bzw. Simson M541 bei SR50 und Simson M741 bei SR80
– Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Tellerfeder
– Fahrtwindkühlung
– 4-Gang-Ziehkeil-Getriebe für SR80- und für SR50-Versionen B4, C, CE 
– Fußschaltung
– Kickstarter
– Zentralschwimmervergaser der Berliner Vergaser-Fabrik BVF 16N3-2
– Höchstgeschwindigkeit: SR50: 60 km/h 
– Trommelbremsen
– Kraftstoff: Öl-Benzin-Gemisch (1:50 [1:33 in der Einfahrphase])
– Tankinhalt: 6,8 l
– Verbrauch: ≈ 2,4–2,8 l/100 km (Werksangabe waren 2,5 l)
– Leistung: SR50: 3,7 PS (2,72 kW)
– Leergewicht: 80–88 kg (je nach Version)
– zulässiges Gesamtgewicht: 260 kg

Diese Simson wurde am 02.09.1986 zum ersten Mal zugelassen.

August 2013 haben wir sie gekauft und zeitnah die Umbauten vorgenommen.

Km Stand beim Kauf

Im Mai 2017 haben wir sie wieder verkauft.


Umbauten:

Einbau einer 12V Vape Zündanlage

Original (im Jahre 1986) waren die Simson mit einer 6V Anlage ausgerüstet. Die Kapazität der „Lichtmaschine“ reichte für die Blinkanlage, die Hupe und hin und wieder eine Fahrt mit Licht. Die heutige Gesetzgebung erfordert die permanente Benutzung der Beleuchtung. Aus technischen Gründen kann nun die Batterie nicht mehr 
geladen werden und der Blinker versagt den Dienst …

Die neue 12V Anlage beinhaltet auch den Wechsel von der Unterbrecherzündung
zur elektronischen Zündung – der Motor läuft merklich besser!

Einige Teile der „elektronischen Anlage“ entfallen (Zündspule) und andere Bauteile (z.B. Blinkgeber) werden erneuert. Das sieht nicht nur kompliziert aus …


Einbau verstellbarer Stossdämpfer an der Hinterachsschwinge

Die Originalen Stoßdämpfer sind für unser Gewicht nicht zu 100% ausreichend. Hin und wieder merkten wir bei Fahrbahnunebenheiten deutlich das Ende des Federweges. Es gibt erstaunlicherweise noch Originale Dämpfer (Länge 34cm), die wir jetzt montiert haben. Sie sind 3-fach verstellbar.


Motorumbau

Für zwei Erwachsene ist die Motorisierung etwas schwach. Wir kommen schon an die Belastungsgrenze der kleinen SIMSON und wenn dann noch ein Berg kommt, geht es gar nicht mehr richtig voran …

Im Internet finde ich ein Angebot zur Leistungssteigerung des Motors. Allerdings zur Steigerung der Geschwindigkeit. Bei einem Telefonat kann ich dem Anbieter mein Begehr erklären. Schneller wollen wir nicht, wir wollen mehr Kraft … und … ich habe so richtig Glück, denn der Anbieter kann durch Hohnen des Zylinders und veränderung der Überströmkanäle nur die Leistung erhöhen.

Ich demontiere nun den Motor, dann Zylinder, Kolben, Auspuff und Vergaser und sende sie zur Bearbeitung ein. Die Bearbeitung wird 120,- € kosten und etwas dauern. Nun sehe ich auch einen (vermutlich) Wasserschaden vom Vorbesitzer.

Nach etwa einem Monat kommen die Teile zurück und ich kann sie montieren.

Alles passt und nach kurzem Tritt auf den Kickstarter läuft der neue Motor.

Es gab eine genaue Anweisung zum Einfahren des Motors, an die ich mich genau halte. Nun muss ich 500 Km fahren, die Drehzahl und das Ölmischungsverhältnis beachten und auch noch einige andere Dinge zwingend beachten, um die volle Leistung zu erhalten. Leider ist es November, als ich die Einfahrerei beginne und ich mache so manche Fahrt mit sehr dicken Sachen, denn es ist teilweise sehr frisch auf dem Moped …

Schon im Frühjahr, nach der Winterpause, merken wir es beide auf dem kleinen Moped – die PS sind ganz sicher von 3,5 auf 6 PS gestiegen. Zu zweit können wir Berge im 4. Gang hochfahren, die vorher gerade so im dritten geschafft werden konnten.


allgemeine Informationen Simson SR50

1986–1988

Die Variante „N“ hatte wie die S51N nur eine Minimalausstattung ohne Blinkanlage, Bleiakkumulator und Zündschloss. Sie spielte aber nur eine Randerscheinung, mangels Nachfrage endete die Produktion nach 6740 Einheiten bereits 1987. Neupreis: 1880 Mark. Der SR50 B3 verfügte zusätzlich über Batterie, Blinker und Zündschloss. Außerdem war bereits ein Seitengepäckträger dabei. Typische Lackierung war ein Weinrot/Dunkelbraun. 96 430 produzierte Einheiten; Neupreis: 2190 Mark. Populärste Version war der SR50 B4,der zusätzlich über Kombi-Instrument und Viergangschaltung verfügte. Die typische Lackierung war beige/dunkelbraun. Das Modell kostete 2365 Mark und war damit erheblich teurer als die bisher gefertigten Schwalbe-Modelle. Darüber hinaus gab es noch bessere Ausstattungen, die den meisten Interessenten aber zu teuer waren: Der SR50 C mit fünffach verstellbaren Federbeinen, Elektronikzündung statt Unterbrecher, 12-Volt-Elektrik, 35 Watt Scheinwerferleistung, zwei großen Rückspiegeln und strukturierter Sitzbank.
Hiervon wurden 16 750 Stück gebaut. 7 300 Fahrzeuge liefen als CE-Variante vom Band, diese verfügte darüber hinaus über einen Elektrostarter. (Neupreis: 2885 Mark) Beim Spitzenmodell SR80 CE handelte es sich bereits um ein Leichtkraftrad. Der auf 70 cm3 vergrößerte Motor leistete 5,6 PS und brachte den Roller auf eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. (Neupreis 1987: 2995 Mark) Wegen der Kennzeichenpflicht hielt sich der Verkaufserfolg jedoch in Grenzen (anders als bei PKW konnte der Bedarf an Mopeds in der DDR einigermaßen gut abgedeckt werden, sodass durchaus auch mal was „im Laden stehen blieb“). Nur 1880 SR 80 CE liefen vom Band.

Schwächen:

Obwohl der SR50 für den Alltagsbetrieb sehr empfohlen werden kann, hat er auch einige Schwächen:
Eine ist zum Beispiel die Motoraufhängung, die unter Umständen reißt. Weiterhin wurde berichtet, dass die Schweißnaht am Lenkkopflager bei hoher Belastung aufreißt. Davon ist allerdings nur das Baujahr 1987 betroffen, bei denen der Fertigungsroboter die linke Schweißnaht am Lenkkopflager falsch gezogen hat. 
Des Weiteren gab es häufig Probleme mit dem Krümmergewinde, das aufgrund des fehlenden dritten Angelpunktes der Auspuffanlage beschädigt wurde. Weitere Nachteile: Der relativ mager eingestellte Vergaser ist zwar ein Beitrag zum Umweltschutz, reagiert aber ziemlich sensibel auf Unregelmäßigkeiten. 
SR50 bis Baujahr 1988 neigen insbesondere an den Felgen stark zum Rosten. Die Trittbretter sind nicht vibrationsfrei. Der Elektrostarter der CE-Varianten wird zwar in damaligen Testberichten als funktionssicher beurteilt, bereitet nach einigen Jahren jedoch mitunter Probleme. Für den Notfall kann aber jederzeit der Kickstarter betätigt werden. Die Motorleistung ist gut, aber für dichten Stadtverkehr würde sich mancher ein Automatikgetriebe wünschen.*

* Wikipedia

Smart 453, zum mitnehmen am Wohnmobil