Småbåthavn, Vesterålen, Bleik, Norwegens Norden

mit dem Wohnmobil zu den Vesterålen

die Vesterålen, Bleik


Montag, 01.Juli 2019, 12.Tag

Huch – heute. morgen regnet es plötzlich. Kalt ist es auch, so bleiben wir in unserem deutschen, in Frankreich gebauten Mobil und frühstücken finnisches Brot, finnische Wurst und schwedischen Käse an einem norwegischen Strand mit Blick auf die Inselgruppe, die im Sprachgebrauch Lofoten genannt wird. Diese Bezeichnung stimmt jedoch nicht so ganz.

Lofoten (norwegisch Lofoten: „Der Lofot“, nordsamisch: Lofuohta oder Váhki) ist eine norwegische Region im Regierungsbezirk (norwegisch Fylke) Nordland und Teil einer Inselgruppe vor der Küste Nordnorwegens, bestehend aus etwa 80 Inseln, unter anderem Austvågøya, Skrova, Gimsøy, Vestvågøy, Flakstadøy, Moskenesøy, Værøy und Røst. Der norwegische Distrikt Lofoten umfasst im Wesentlichen die Inselgruppe.*

Trotz des regnerischen Wetters soll die Drohne eine kleine runde drehen. Immerhin kannst du so einen kleinen Eindruck von der Umgebung bekommen.

Nach dem Frühstück verlassen wir den Platz und überqueren die Tjeldsundbrua, die Brücke über den Tjeldsund.

Die 1007 m lange Tjeldsundbrücke (norwegisch Tjeldsundbrua), die 1967 von König Olav V. eröffnet wurde, verbindet Hinnøya mit dem Festland. Die E10, die hier auch Kong Olav Vs vei genannt wird, führt über die Brücke.*

Nun sind wir auf der Inselgruppe und haben ein kleines, nettes Treffen mit unseren lieben Bekannten (Kerstin, Carsten und Tom) ausmachen können. Wir haben uns später über diese HP kennengelernt und haben zufällig beim gleichen Händler unsere Mobile gekauft. 2012 saßen, als wir unser Mobil abholen wollten, die Kinder von Kerstin und Carsten in unserem Mobil und haben gelesen … sie waren schon vor uns im Mobil ?

Sie sind schon eine Woche hier oben auf der Inselgruppe und wollen sie verlassen. Es liegen also  noch ca. 100 Km vor uns, bis wir zum vereinbarten Treffpunkt, einem Stellplatz am Sigerfjord kommen.

Viltkroa Butikk

Das Wetter hat sich noch nicht gebessert, es ist egal, wir fahren immer an der Küste entlang. Seht mal den Schnee auf den Bergen! Es ist Sommer! Irgendwann entdecken wir einen Laden. Es ist eine Viltkroa Butikk. (Wildtaverne/Wildkneipe). Natürlich halten wir an und sehen hinein. 

Hier gibt es tatsächlich Wild. Zum Mitnehmen und als Imbiss sofort zum Essen. Das Angebot ist überwältigend.

Dann geht es schon weiter durch den Nieselregen.

Unser Treffpunkt kommt immer näher und – was für eine Planung – als wir von der Straße den Platz sehen können, parkt dort ein deutsches Reisemobil, ein Rapido, ein. Zweitausendfünfhundert Kilometer von zu Hause treffen wir innerhalb einer Minute auf einem kleinen Stellplatz in Norwegen zusammen. Wahnsinn.

Småbåthavn

Webseite, googlemaps

Der Platz liegt an einem kleinen Yachthafen. Es gibt keinen Platzwart, die Standgebühr wirft man in einem Briefumschlag in einen Briefkasten, schließt sich an den Strom an, wenn man möchte und steht hier einfach. Der Platz ist gerade und sehr ruhig. Die Straße ist nicht viel befahren und an und zu kommt ein Fischer oder Bootseigner mit seinem Fahrzeug vorgefahren, um sein Boot klarzumachen, auszuräumen oder sonst etwas. Man kann hier gut vom Steg angeln, wenn man möchte – ich hatte mein Angelkoffer leider zu Hause stehen lassen ?

Was für eine Freude, das wir uns hier treffen können! Leider haben wir nicht das beste Wetter erwischt und müssen tatsächlich im Sommerurlaub die Heizung laufen lassen ?

Aber, wir können auch draußen sitzen, haben genug zu erzählen, zu trinken und unter der Markise ist es auch kein so großes Problem. Mann hält es aus. Leider ist von der Umgebung nicht viel zu sehen. Tief hängen die Wolken über dem Fjord.

Irgendwann entschließen wir uns für einen Spaziergang, um wenigstens ein bisschen von der Umgebung zu sehen. Immernoch nieselt es, doch wir vertrauen unseren Regenjacken und starten in den Ort.

Klimaanlagen überall

Es ist interessant, denn die Holzhäuser haben alle eine Klimaanlage. Wozu? im Grunde brauchen sie lediglich lüften, denn im Moment liegen die Temperaturen bei 13°C. Sind die Häuser so gut isoliert, das sie sich in der Sonne dermaßen aufheizen, das es angebracht ist sie herunter zu kühlen? Oder wird eine Kühlkammer betrieben, in der Lebensmittel, wie frisch gefangener Fisch gelagert wird? Hmmm – vielleicht finden wir es irgendwann heraus?!

Als wir zu den Mobilen zurückkommen essen wir Abendbrot und sitzen natürlich noch ein bisschen zusammen.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 100 Kilometer, Fahrzeit ca. 2 Stunden


Dienstag, 02.Juli 2019, 13.Tag

Schon im Bett liegend durch das Dachfenster sehend glauben wir es kaum – der Himmel ist blau! Was für eine Freude, das schöne Wetter ist tatsächlich mit uns mitgekommen. Da macht das Aufstehen doppelt Freude und trotz einer ordentlichen Brise lasse ich mal die Drohne kreisen.

Frühstück in der Sonne – herrlich!

Die Gegend hier – der kleine Hafen, Berge und das klare Wasser – das hat schon etwas beeindruckendes! Und da hat uns Norwegen schon wieder gefangen und uns in seinen Bann geholt ??

Heute werden sich unsere Wege schon wieder trennen.

Kerstin, Carsten und Tom steigen noch auf einen Berg hier in der Nähe und werden sich vom Gipfel die Umgebung ansehen, wir wandern nicht mit ? und fahren schon einmal weiter.

wir fahren zu den Vesterålen und Lofoten

Unser heutiges Ziel liegt im Norden der Vesterålen, es ist Bleik.

Vesterålen ist eine Region und Teil einer Inselgruppe etwa 300 km nördlich des Polarkreises vor der Küste Norwegens. Sie schließt nordöstlich an die bekanntere Region Lofoten an. Die geografische Lage der Ortschaft Sortland, welche im Zentrum Vesterålens liegt, ist 68° 42′ N, 15° 25′ O.*

Bleik ist der Ort neben unserem Ziel. Hier gibt es einen Stellplatz, den konnten wir in der Park4night App finden. Schon die Anfahrt ist ein echtes Erlebnis. Durch das sonnige Wetter wird die Natur noch schöner und so bleiben wir – überwältigt – an der Küste stehen. Klicke mal auf die Bilder!

Dann erreichen wir den Stellplatz neben dem 

Campingplatz Midtnattsol (“Mitternachtssonne”)

Webseite, googlemaps

… und was haben wir für ein Glück! Gegen Mittag kommen wir an und finden die Top-Plätze leer vor! In der Rezeption fragen wir nach und tatsächlich – sie sind frei. Sofort buchen wir 2 Nächte und stellen uns mit dem Blick über den Strand zum Wasser.

Trotz unserer Auffahrkeile können wir nicht ganz gerade stehen. Der Stellplatz ist aber auch mit einem Gefälle ausgestattet! ? … doch egal, es ist nur unser Heck, das ein wenig herunterhängt. Das ist in unserem Querbett nicht ganz so tragisch. Der Ausblick zum Wasser entschädigt für alles!

Na einem kleinen Mittags-Imbiss gehen wir zum Strand und in Richtung des Ortes Bleik. Als erstes kommen wir zu einem Hafen und finden einen ausgezeichneten Wanderweg. Für den entscheiden wir uns spontan für morgen.

Wir finden einen ganz kleinen Leuchtturm. 

Er steht genau gegenüber des Felsens der Papageientaucher, die dort zu Massen leben. Bleiksøya. Man kann auch einen Ausflug mit einem Schiff zu diesem Felsen unternehmen, wir sehen ihn uns morgen. mit dem Fernglas an, denn auf dem Weg am Wasser entlang kommt man dem Felsen immer näher.

Andesnes und Bleik ist ein guter Ausgangspunkt für Ausfahrten zur nahe gelegenen Vogelinsel Bleiksøya. Mit ca. 75 000 nistenden Papageientaucherpaaren, Tordalken und Trottellummen.*

baden ist unmöglich …

Als wir zum Platz zurückkehren, gehen wir noch einmal an den Strand. Ich versuche mal mit den Füßen ins Wasser zu kommen … es geht bis zu den Waden, dann ist es nicht mehr auszuhalten …

Die Wassertemperatur beträgt im Moment hier 8°C.
Das heißt: du stehst an einem tollen, weißem Sandstrand, die Sonne scheint … doch du kannst einfach nicht ins Wasser!

Am Abend, wir stehen an unserem fantastischen Platz, gleich neben einer Bank mit einem Tisch, neben einem Schweizer, der sich gern unterhält mit uns … doch der Grill kommt nicht auf Temperaturen! Es weht nämlich hier oben an der Klippe eine steife Briese ?. Sie lässt den Grill nur langsam auf Temperaturen kommen … sehr langsam, denn selbst unser Hühnerfleisch braucht ewig, bis es fertig ist …

Dann sehen wir ein wenig fern und staunen nicht schlecht, denn der Platz macht seinem Namen alle Ehre.

Mitternachtssonne

Es wird einfach nicht dunkel! Die Sonne können wir gut beobachten. Dieses Foto entstand um 0:02 Uhr.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 110 Kilometer, Fahrzeit ca. 2,5 Stunden


Mittwoch, 03.Juli 2019, 14Tag

Heute haben wir wieder wunderbares Wetter, der Himmel strahlt blau und dennoch frühstücken wir lieber im Mobil, denn die Temperaturen passen nicht zu den Bildern …

… ja, hier sind sogar Camper, die im Zelt geschlafen haben!

Nun starten wir und finden schnell unseren Wanderweg von gestern. Bald erreichen wir die Stelle, an der man dem Bleiksøya am nächsten ist. Ein Schiff ist schon vor Ort und schaukelt heftig vor der Insel.

Selbst die Papageientaucher kann man mit dem Fernglas beobachten. Man sieht sie fliegen, ab- und auftauchen und schwimmen. Um die ganze Insel fliegen Unmengen von Vögeln. Ich habe gelesen, das dieser Brutplatz entstanden ist, weil hier keine Fressfeinde herkommen.

Quelle: Wiki

Der Papageitaucher (Fratercula arctica) – auch Papageientaucher oder Puffin genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Alkenvögel(Alcidae). Die Art brütet in Erdhöhlen an und auf Klippen oder an deren Fuß im nördlichen Atlantik sowie im westlichen Nordpolarmeer. Aufgrund der gebietsweise stark schrumpfenden Populationen stuft die IUCN den Papageitaucher seit 2015 als Vulnerable (gefährdet) ein.*

der echte Freisteherplatz

Hier entdecken wir einen Platz, der von den Allrad-Campern genutzt wird. Hier gibt es nichts, man steht tatsächlich frei und wild. Die Anreise über schlechte Wege, kleine Felsen und Steine kann man auch mit normalen Mobilen wagen …

Für uns geht es weiter auf dem Wanderweg und bald biegen wir vom Stand ab und gehen ins Hinterland. Hier fehlt plötzlich der Meerwind und es wird richtig warm in der Sonne. Mitten im Wald liegt ein See. um ihn führt der Weg. Es ist still, die Insekten schwirren herum und die Sonne brennt …

Der Weg entpuppt sich als richtig anstrengend. Es geht bergauf und bergab, die Büsche stehen eng am Weg und man muss sich sogar bücken, um unter einigen Bäumen hindurchzulaufen. Wir haben immer die Hoffnung einen Elch zu sehen, doch leider bekommen wir gar kein Tier zu Gesicht. … jedenfalls keine Großen.

Den Weg kann man manchmal nur erahnen, findet ihn aber immer wieder. Selbst Wegweiser stehen plötzlich mitten im Wald. Irgendwie ist es trotz der Anstrengung herrlich hier zu wandern. Man kann die Natur genießen und sich an ihrer Unberührtheit erfreuen.

Bleik

Irgendwann kommen wir an ein Tor und nach ein paar Schritten können wir schön über den Ort Bleik sehen.

Bleik besteht aus vielen Häusern – viele sind Ferienhäuser – und wir haben nur einen Laden gesehen. Hier holen wir uns eine Kleinigkeit zum Mittag und natürlich auch ein Eis ?

Auf dem Platz zurück machen wir eine kleine Pause und ziehen noch einmal los. Diesmal geht es in die andere Richtung immer am Strand entlang, Im Wind ist es etwas frisch, doch die Sonne scheint ohne unterlass.

… ich halte es sogar Barfuß aus – das ist gar nicht so schlimm ??
Dieser Spaziergang tut richtig gut und macht echt Spaß! Die optischen Komponenten stimmen auf jeden Fall und man kann sogar ganz kurz ins Wasser laufen …

Langsam ist es Abendbrotzeit und auch heute hat der Grill mit dem Wind zu kämpfen. Um es ihm ein wenig zu erleichtern, schiebe ich ihn in den Windschatten zurück. Dieser Plan geht gut auf und der Käse mundet uns schon bald!

Für heute Abend ist schlechteres Wetter angesagt. Im Moment ist davon noch gar nichts zu merken, doch während des Abendbrots (ca. 19°° Uhr) beginnt die Bewölkung aufzuziehen. Die folgenden Fotos entstanden von 19°° – 23°° Uhr.

Bald war es komplett bewölkt und ein leichter Regen setzt ein. Uns ist es egal, denn wir sitzen durch den permanenten Wind lange schon nicht mehr draußen.
… jetzt ist es auch Zeit ins Bett zu gehen.


* Wikipedia