Stockholm, Mellanfjärden, Rovaniemi

mit dem Reisemobil ans Nordkap

es geht von Stockholm an der Ostsee entlang in den Norden nach Mellanfjärden bis Rovaniemi, dem Weihnachtsmanndorf


Sonntag, 17.07.2011

Sehr früh fahren wir los und verlassen Stockholm über menschen- und autoleere Straßen. Aus diesem Grund dauert es auch nicht lange bis wir wieder auf der E4 unterwegs sind. Das Wetter heute ist super. Hier und da eine kleine Wolke, ansonsten Sonne!

Wir kommen gut voran und frühstücken gegen 8³° Uhr auf einem der ansprechenden Rastplätze der E4.

Dragon Gate

Gerade sind wir wieder unterwegs Richtung Norden, da sehen wir an der Autobahnabfahrt „Skutskär / Älvkarleby“ ein chinesisches Gebäude.
Dragon Gate – das Drachen Tor.

Leider ist zu diesem Projekt selbst im Internet nicht viel zu erfahren. Im „Schwedenforum“ kann man folgendes lesen:

„Wenn ich mir das so vorstelle … ein chinesisches Zentrum, ein Chinatown sozusagen, das ist schon in andern Teilen der Welt nicht gut gegangen.
Und es hat sich ja auch gezeigt, diese Menschen mit ihrer ganz eigenen Kultur sehen einfach nicht ein dass es in Europa eben Gesetze und Vorschriften gibt,
die man auch einhalten muss. Da haben sie ihren Baustop.“

„Dragon Gate
ja Elke kenne ich …der Bau steht und die Chinesen sind weg….. und die EU-Mittel natürlich auch ! Dragon Gate sehenswert ist der Rohbau hinter dem Hotel ….
ich nenne das Flucht und bloß weg hier!“

Wie dem auch sei, es ist ein enormes Bauwerk, welches durch seinen asiatischen Baustiel sofort ins Auge sticht. Tanken hat hier leider auch nicht geklappt, die Tankstelle ist noch zu.

An der nächsten Tankstelle können wir unser Grauwasser ablassen und auch frisches Wasser bekommen, leider jedoch keinen Diesel. Das Kartenlesegerät an der Zapfsäule setzt sich zur Wehr und verhindert erfolgreich die Kraftstoffentnahme.
So müssen wir weiter und können erst an der nächsten Tankstelle unsere Treibstofftanks füllen.    … natürlich nicht ganz ohne Eigenarten: nach 42 Liter stoppt die Säule und schaltet komplett ab. Erst ein Neustart lässt uns den Tank tatsächlich mit den benötigten 65 ltr. befüllen.

Mellanfjärden

Am frühen Nachmittag entscheiden wir uns, einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Von der E4 geht es Richtung Ostsee und bald stehen wir am Hafen in Mellanfjärden.

Webseite, googlemaps

Die Sonne scheint und eine ordentliche Briese weht uns um die Nase – aber es ist in Ordnung! Hier ist ein schöner Platz, hier bleiben wir!

Es ist ein offizieller Stellplatz. Ohne Strom bezahlen wir pro Fahrzeug 120,- Skr (2011 = 13,20 €) für eine Nacht.

Nach dem Kaffee stehen wir schnell mit den Angeln am Wasser, jedoch sind wir nach fast 2 Stunden sicher:
Es gibt keinen Fisch mehr in der Ostsee!
Liegt es an der Überfischung der Ostsee, der globalen Erwärmung, dem Weltfrieden oder unseren Ködern …
… wir haben bis heute keine Erklärung für dieses Phänomen.

Die gastfreundlichen Schweden haben sich aber etwas einfallen lassen – sie haben uns die Möglichkeit geschaffen ein paar Blaubeeren zu ernten. Es ist mühsam, aber sie schmecken richtig lecker!

Als es gegen 22³° Uhr nicht dunkler werden will, beginnen wir trotzdem die Nachtruhe.


Grafische Darstellung der heutigen Tour

gefahrene Km: ca. 340


Montag, 18.07.2011

zwei Uhr Morgens …

2°° Uhr.   Ein Geräusch. Was ist es? Es rappelt, klappert und rumpelt. Ein bisschen wie ein Motor. Immer und immer wieder kommt es und ebbt wieder ab. Endlich! Nach ein paar Minuten kann Kerstin – mittlerweile aus dem Fenster sehend – feststellen,
dass es sich um einen Rasenmäher handelt. Oder um einen Mähdrescher, oder einen Trecker, oder irgendetwas anderes Lautes. Allerdings war es auch dunkel, denn das wasesauchimmerist-Gerät hatte Licht an.

6³° Uhr. Regen. Schon in der Nacht trommelte er aufs Dach und nun begleitet er uns auf der Fahrt.

Bei diesem Wetter stoppen wir für nur für das Frühstück, das es heute leider wieder im Mobil gibt und für einen Einkauf in einem großen ICA. Ein Tiefdruckgebiet begleitet uns schon den ganzen Tag und biegt erst jetzt am Nachmittag scheinbar ab. Endlich zeigt auch das Navi einen Platz, der viel versprechend auf einer Landzunge liegt. Wieder von der E4 abgebogen, geht es ein ganzes Stück durch urige Wälder und auf unbefestigten Schotterwegen – aber es lohnt sich!

EDIT: 2019 ist es kein verlassener Platz an der Ostsee, hier ist ein Wohngebiet entstanden.

Boviksbadet

Webseite, googlemaps

Nachdem wir Kaffee getrunken haben bessert sich das Wetter merklich. Endlich können wir ein Feuer machen und hier – wiederum in der Ostsee – versuchen ein paar Fische für das Abendbrot zu fangen …

Es vergeht fast eine Stunde.
– Wir fangen wieder nichts. –
Vier Angeln sind ausgeworfen, vier aufmerksame Angler fischen konzentriert in dieser kleinen, naturbelassenen Bucht und fangen keinen Fisch …
Glücklicherweise hatte Roy heute beim Einkaufen an das Abendbrot gedacht und hatte die Idee einen frischen Lachs (2,8kg) an der Fischtheke im ICA zu kaufen.

Lachse sind verschiedene mittelgroße Fische der Gattungen Salmo, Salmothymus und Oncorhynchus aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae) innerhalb der Ordnung der Lachsartigen. Der atlantische Lachs (Salmo salar) und die pazifischen Lachse (Oncorhynchus) wandern ins Meer und kommen zum Laichen zurück in die Süßgewässer (Wanderfische), wobei sie beim Hochschwimmen zu ihren Laichplätzen im Oberlauf der Flüsse auch Hindernisse wie niedrigere Wasserfälle und Wehre, u. U. auch über Fischwege, überwinden. Sie müssen sich bei ihrer Wanderung vom Salz- zum Süßwasser auch physiologisch an die unterschiedlichen Salzkonzentrationen anpassen.*

Dank diesem Lachs können jetzt endlich die ersten Fotos entstehen, die man von Anglern so kennt …

Matthias ist mit der Suche und Herstellung von Holzstöcken beschäftigt, an denen wir Marshmallows, Brot oder andere Sachen über dem Feuer rösten können.

Jetzt ist der Lachs aber dran!

Lachs grillen

Es gibt unzählige Möglichkeiten für die Zubereitung von Lachs auf einem Grill, doch ich kann euch hier und heute versichern das dieses einfache grillen immer reicht. Rezepte

Der Fischkopf wird gründlich betrachtet, gekostet und an den Baum gehangen …

Der Kenner sieht sofort womit hier gearbeitet wird: der „Smokey Joe Premium Schwarz“ von Weber. Nach kurzer Zeit stimmt die Temperatur und etwas in Wasser getränktes Räucherholz kommt auf die Glut und der Deckel geschlossen.

In der Feuerglut nebenan werden die in Folie gewickelten Kartoffeln langsam gar und die Lachskotelettes kommen auf den Grillrostost, um nach ca. 3 min gewendet zu werden.

Zum heutigen Abend dinieren wir an der westlichen Ostseeküste bei 23°C mit Blick über die sonnenbeschienene Bucht von Skelleftea. Lachskotelette ‚a la Roy, gegrillt nach Art des Reisemobils an frisch im Feuer gegarten Folienkartoffeln. Ein frischer Salat der Saison harmoniert sehr gut mit dem feuerröstwarmen Brot. Der leichte Weißwein und der herrliche Blick auf die Ostsee rundet den Geschmack perfekt ab.

Bald sitzen wir am Feuer und drehen Marshmallow.

Marshmallow (auch Mäusespeck, Schaumzucker, selten Zuckerspeck) ist eine Süßigkeit aus Eischnee, Geliermittel, Zucker sowie Aroma- und Farbstoffen. Ursprünglich wurden Marshmallows aus den Wurzeln des Echten Eibischs (Althaea officinalis) hergestellt. Ihr Name leitet sich von der englischsprachigen Bezeichnung Marsh Mallow (deutsch: Sumpf-Malve) für diese Pflanze ab.*

baden in der Ostsee

Als wir baden gehen erkennen wir schnell, warum hier keine Angel-Erfolge möglich sind.

Hier muss man erst 100 m laufen, um in die Fluten zu stürzen. Das Wasser ist sehr frisch, aber gerade noch nicht eisig kalt. 4 – 6 min schwimmen reichen aber wirklich  aus. … vor allem bei dem langen Heimweg!

Gegen 23³° Uhr beginnt es zu Dämmern.
Morgen wollen wir früh starten, jedoch nicht ohne ein Morgenbad in der Ostsee! Termin: 6°° Uhr.


Grafische Darstellung der heutigen Tour

gefahrene Km: ca. 450


Dienstag, 19.07.2011

Es ist 6°° Uhr, als es in die Ostsee geht. Das Wasser ist nicht wärmer geworden über Nacht. Es geht durch den Flachwasserbereich und kurz tauchen wir unter. Da beginnt ein schöner Landregen, der geht auf uns nieder als wir durch die Ostsee laufen. … den ganzen Tag wird er uns begleiten …

Regen, Regen, Regen

Die Scheibenwischer versehen zuverlässig ihren Dienst, während es zur finnischen Grenze vorwärts geht. Heute frühstücken wir im Mobil an der Strecke, der Regen hat nicht nachgelassen.

Eine Reifenwerkstatt am Straßenrand kann Roy helfen. Hier können sie den schleichenden Luftverlust finden und reparieren. Der Däckservice hat Preise wie in Deutschland und braucht etwa eine Stunde. Nun können wir ohne Bedenken weiter,
die finnische Grenze ist nicht mehr weit …

Nach etwa einer Stunde können wir schon weiter und geradewegs erreichen wir die

schwedisch – finnische Grenze

12³° Uhr. Wir kommen an die Grenze Schweden – Finnland. Die letzte Einkaufsmöglichkeit in Schweden wird von vielen genutzt. Der Parkplatz vor dem Großmarkt direkt an der Grenze auf schwedischer Seite ist voll. Auch gefüllt mit Reisemobilen.


Was erwarten uns in Finnland für Preise???

Gespannt überqueren wir die Grenze. Keine Grenzkontrollen, keine Probleme.

Nun ist es Zeit, die Uhr zu stellen!
… wie die Zeit vergeht – 12³° Uhr Ausreise Schweden – 13³° Uhr Einreise Finnland :o)
In Finnland besteht ganzjährig der Zeitunterschied zu Deutschland von einer Stunde.
Es hört nicht auf zu regnen. Unsere Reise geht, während die Scheibenwischer unaufhörlich arbeiten, Richtung Rovaniemi.

Es ist kaum zu merken, doch hier fahren wir nur noch ca. 300m auf der E4. Auf der, vom Torne älv / Tornionjoki eingebetteten Insel endet die von uns in ihrer vollen Länge von 1590 Km gefahrene E4.

Der Torne älv (schwedisch) bzw. Tornionjoki (finnisch) ist ein 410 km langer Fluss in Lappland. Er ist der Abfluss des Torneträsk, eines großen Sees im schwedisch-norwegischen Grenzgebirge in Lappland.*

Aus dem Eis des Torne Älv wird jeden Winter in Jukkasjärvi in Nordschweden ein Eishotel errichtet. Die Eisblöcke werden zudem weltweit exportiert und für diverse Events verwendet, insbesondere für die Icebars des Spirituosenherstellers Absolut Vodka in mehreren europäischen Städten sowie in Shanghai und Tokio.

mit dem Wohnmobil in Finnland

In Finnland sind wir zunächst auf der E8, später auf der E75 unterwegs.

Die Europastraße 75 (kurz: E 75) ist eine von Nord nach Süd verlaufende Europastraße und führt von Vardø in Norwegen durch Finnland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien, Mazedonien, bis Sitia auf Kreta in Griechenland. Sie ist 4.340 km lang.*

Auf den 125 Km bis Rovaniemi passiert auf der gut ausgebauten Straße nichts. Die erste Tankstelle, die wir sehen können, hat die gleichen Dieselpreise wie wir sie aus Deutschland in Erinnerung haben. In Finnland bezahlt man mit dem Euro.

Durch die Hauptstadt Lapplands, Rovaniemi,  kommen wir schnell durch, die Verkehrsdichte hält sich in Grenzen.

Rovaniemi, die Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland, liegt am Zusammenfluss von Ounasjoki und Kemijoki und in direkter Nähe des Polarkreises. Das Tor zum Norden ist nicht nur wichtiges Einkaufszentrum für die Siedlungen der Umgebung, sondern auch ein touristisch attraktives Reiseziel. Rovaniemi ist Sitz der Kammer des Weihnachtsmannes, der im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis sogar sein eigenes Postamt besitzt. Am 1. Januar 2006 wurde die Stadt mit der Landgemeinde Rovaniemi zusammengeschlossen. Des Weiteren ist die Stadt Sitz des Internationalen Sekretariats der Universität der Arktis.*

Neben der Straße befindet sich  ein gewaltiges Holzlager. Es riecht sehr stark nach frischem Holz. 

Als wir die Stadt verlassen sind wir schon auf das Weihnachtsmanndorf gespannt, welches hier gleich kommen muss.

Die Legende, der Weihnachtsmann wohne in Finnland, geht auf den in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts populären finnischen Rundfunksprecher Markus Rautio zurück. Nach seinem Weihnachtsmärchen wohnt der Weihnachtsmann in dem Berg Korvatunturi im Norden Finnlands, geformt wie ein Ohr, in dem er die Wünsche der Kinder aller Welt hören kann. Da der Berg an der russischen Grenze zu weit abgelegen war, wurde der Einfachheit halber Rovaniemi zum zweiten Wohnsitz des Weihnachtsmanns erklärt.*

Rovaniemi, das Weihnachtsmanndorf 

Der erste Parkplatz, den wir mit weihnachtlicher Vorfreude anfahren, gehört zum Santa Park. Kaum ausgestiegen, gehen wir Richtung Santa Park. Durch einen ansprechenden, angenehm beleuchteten und für Hunde gesperrten Höhleneingang kommen wir zur tief im Berg liegende Haupthöhle.

Hier lässt sich schnell erkennen: es handelt sich hier mehr um ein Paradies für die kleineren Kinder. Sie können hier basteln, ein Theaterstück ansehen o.ä. – also gehen wir zurück.

Bei www.tripadvisor.de schreibt Kunstrad-Elke am 01.08.2010 (Zitat):
„Wir haben einen kurzen Trip nach Finnland gemacht und wollten uns natürlich auch den Santapark in Rovaniemi nicht entgehen lassen. Das hätten wir aber lieber tun sollen. Eintritt für die Familie € 50,– (wofür???). Im Innern der Höhle gab es eine Vorführung. Die war noch ganz o.k. Dann haben wir ein wenig gebastelt. Hat den Kindern auch ganz gut gefallen. Elfschule – na ja!!, Die Eisprinzessin mit den Eisfiguren hat uns gut gefallen, aber das war es auch schon. Für alles musste man zusätzlich bezahlen (Bilder, Diplom, usw…). Ich würde jedem empfehlen, nicht dorthin zu gehen. Das Geld kann man besser verwenden.“

Als wir aus der Höhle kommen erreichen wir nach kurzer Fahrt (ca.2 Km) das tatsächliche „Weihnachtsmanndorf“.

Schön, dass der Nordpolarkreis zufällig auch hier verläuft, so kann man dieses Fleckchen Erde touristisch perfekt ausnutzen. Es gibt hier viele Häuschen, deren äußeres Aussehen an alte finnische Häuser erinnern soll.

Im inneren der Häuschen befinden sich Läden und natürlich in den Läden viele schöne Dinge und viele dieser schönen Dinge haben mit Weihnachten zu tun. Leider nicht mit normalen oder nur etwas erhöhten Preisen …
… hier wird nicht gekleckert …
hier wird geklotzt!

Die lustigen Zipfelmützen der Verkäuferinnen täuschen über diesen Nepp nicht hinweg.

Weihnachtskarten im Sommer

Gern nutzen wir die Möglichkeit des Weihnachtskartenabsendens vom Weihnachtsmanndorf. Es heißt, die Karten werden zu Weihnachten beim Adressanten im Briefkasten liegen. Mal sehen, ob es klappt.

Im Weihnachtsmann-Postamt, wenige Kilometer nördlich Rovaniemi befindet sich seit 1985 das Weihnachtsmanndorf, eine Touristenattraktion, in der (nicht nur) Kinder ganzjährig den leibhaftigen Weihnachtsmann begrüßen können. Angeschlossen ist ein „Weihnachtsmann-Postamt“, das Briefe von Kindern aus aller Welt an den Weihnachtsmann bearbeitet und beantwortet. Eine weitere Attraktion dieses Santa Claus Village ist der am Boden eingezeichnete Polarkreis. Der tatsächliche Polarkreis befindet sich aber inzwischen schon ca. 120 Meter weiter nördlich des Weihnachtsmanndorfes. Aufgrund der Nutation der Erdachse und damit einhergehenden Veränderung der Schiefe der Ekliptik ist die Lage der Polarkreise nicht stationär auf eine bestimmte Linie fixiert, sondern verändert sich geringfügig.*

EDIT 18.12.2011: Am 14.12.2011 sind plötzlich die Weihnachtskarten angekommen. Das war vielleicht eine Überraschung ?

So gibt es hier ein Haus (wohnt ER hier?), in dem kann man sich mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen. Eigene Aufnahmen sind verboten. Der lustige Wichtel achtet sehr genau auf die Kameras der Weihnachtsmann – Gäste.
… nicht das da einer aus Versehen auf den Auslöser drückt …
Er druckt viel lieber seine eigenen „mit dem Weihnachtsmann Fotos“ sofort aus.
Für ein DinA4 Bild möchte er 69,- €, für fünf 9 x 13 Bilder nur 39,-€.

Schön, dass auf einmal die Wolken verschwinden und ganz schnell die Sonne herauskommt. Weiter geht es durch die Läden in denen wir noch nicht waren, oft sind es die gleichen Auslagen, so dauert das auch nicht lange.

Der Polarkreis

Polarkreise nennt man die auf 66° 34′ (= 66,56°) nördlicher sowie südlicher Breite gelegenen Breitenkreise, auf denen die Sonne an den Tagen der Sonnenwende gerade nicht mehr auf- bzw. untergeht. Sie haben vom Nord- beziehungsweise Südpol denselben Abstand wie die Wendekreise vom Äquator.*

Jetzt folgen die obligatorischen Fotos.

Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Weihnachtsmuffel – NEIN! – wir zählen zu den Weihnachtsfreunden und haben uns selbst im Juli auf dieses Reiseevent gefreut!

Leider riecht es hier förmlich nach Kommerz.
So freuen wir uns, dass der Parkplatz noch kostenlos ist. Die Vorbereitungen für eine Ferienhaussiedlung gegenüber dem Parkplatz laufen auf Hochtouren. Es wird bestimmt in der nächsten Zeit richtig schön hier! Eines ist schon sicher: kommen wir hier noch einmal vorbei, brauchen wir keinen Parkplatz mehr ….

So ist es uns nicht schwer ums Herz, als es auf der E75 weiter in den Norden geht.
Nun sind wir auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht.

Plötzlich taucht ein Rentier auf, läuft ein Stück die Straße entlang und verschwindet wieder im Wald. Völlig ohne Angst lief es ein Stück auf der Straße, ohne das es sich von Autos stören ließ.

Nach ca. 15 Km halten wir an einem Stellplatz / Rastplatz direkt an einem Fluss.

In Finnland ist, wie in allen anderen Skandinavischen Ländern das Angeln im Salzwasser kostenfrei. Für Binnenseen benötigt man den Angelschein. Hier am Raudanjoki ist das fischen über SMS bezahlbar. An den Stromschnellen im  Fluss beobachten wir sogar Rafting.

Rafting – von engl. raft (Floß) – ist eine in Mitteleuropa seit Mitte der achtziger Jahre populär gewordene Freizeitsportart. Bei dieser Wassersportart wird mit einem Schlauchboot (Raft) ein Fluss befahren. Gewöhnlich befährt man Wildwasser höherer Schwierigkeitsgrade.*

Als wir 60 Km von Rovaniemi entfernt ein Campingplatz entdecken, fahren wir ihn an. Das ist genau die richtige Entscheidung!

Korvalan Kestikievari

Webseite, googlemaps

Dieser Platz, Korvalan Kestikievari, liegt an einem See an dem wir angeln können und dürfen. Im Preis von 21,-€/Nacht ist praktischerweise die Angelerlaubnis enthalten.

Ruderboote, Kanus und selbst eine Grillhütte stehen zur Benutzung bereit. Wir sind hungrig und bereiten sofort das Abendbrot vor.

Unser Abendbrot heute:

– frischer Salat mit ausgesuchtem, jungen Gemüse,
– schwedisches Schwarzbrot (auf Wunsch Feuergeröstet),
– Kartoffelscheiben im Knoblauch-Öl Mantel
   über Birkenfeuer geröstet, dazu Tsatsiki aus eigener Herstellung
– gegrillte Lachskoteletts in einfacher,
naturgeschmackerhaltender Reisemobil-Zubereitung,
– Teriyaki-Putenbrustfilet vom Weber Grill,
– geräucherter Lachs – Birkenfeuer erwärmt.

Teriyaki (von teri, „Glanz“ und yaki „grillen, schmoren“) ist eine Zubereitungsart in der japanischen Küche, bei der Fisch, Fleisch (besonders Rindfleisch oder Geflügel) und Gemüse mit einer speziellen Teriyaki-Sauce mariniert und dann gebraten, gegrillt oder geschmort werden.*

Nördlich des Polarkreises wird es tatsächlich nicht mehr dunkel in der Nacht.
Plötzlich fehlt einem das Zeitgefühl. Gern bleibt man lange wach und steht auch früh auf – es ist ja noch oder schon hell …


Grafische Darstellung der heutigen Tour

gefahrene Km: ca. 430

* Wikipedia