Brandenburg, Niebüll, Hirtshals

mit dem Wohnmobil nach Südschweden

Mittwoch, 03.07.2013, 1.Tag

Unsere Sommer-Urlaubsreise 2013 beginnt am Mittwoch, um 15:30 Uhr. 

Für Brandenburg ist eine Unwetterwarnung ausgegeben und bei stark bewölktem Himmel aber noch ohne Regen verlassen wir die Stadt. Die Straßen sind frei und wir kommen gut voran. Bald haben wir die Autobahn erreicht und nun geht es immer so lang hin …

Das heutige Ziel ist der Wohnmobilstellplatz in Niebüll. Hier haben wir heute ein kleines Treffen arrangiert. Renate und Rafael – wir kennen uns aus dem Promobil-Forum – sind auf Urlaubstour an der Nordsee und stehen heute Abend auf diesem Platz. Liebend gern nehmen wir diesen kleinen Umweg in Kauf und freuen uns schon auf die Beiden. 
Die TomTom Navigation weist uns sicher den Weg.

… ist den wieder April?

Plötzlich wird es dunkler und dunkler. Wir haben noch nicht einmal 100 Km geschafft, da geht es los …. Regen? Nein – das ist ein  Wolkenbruch! Sicher ist dort etwas nicht ganz in Ordnung! Innerhalb von Sekunden steht das Regenwasser auf der Autobahn  Zentimeterhoch! Die Geschwindigkeit haben wir schnell gedrosselt, jetzt geht es erst einmal mit 60 Km/h weiter, doch bald ist klar: das ist auch noch zu schnell. Die Scheibenwischer schaffen es nicht für eine ordentliche Sicht zu sorgen! Als der Spuk vorbei ist, sind die Folgen nicht zu übersehen. Manch PKW steht neben der Straße, der Auflieger eines LKW liegt auf der gegenüberliegenden Spur im Straßengraben, während der LKW noch steht … 
Auf gleich zwei Autobahnabfahrten stehen die PKW neben der Straße, aber sie stehen wenigstens noch. Wir sind ohne Schaden durch diese Regen-Sturm-Kobination gekommen und steuern weiter Niebüll an.

Nach einigen Umleitungen und umfahrenen Baustellen treffen wir dort endlich gegen 22 Uhr ein. 

Etwa eine halbe Stunde stehen wir dort, unterhalten uns, trinken etwas usw. 
Was machen denn Brandenburger hier im Norden?“ hören wir die fragende Stimme „… äh – wir sind auf der Durchreise – woher kommt ihr denn?“ „aus Radewege!“ 
(ein Dorf, etwa 8 Km von der Stadt Brandenburg entfernt) 
Na das ist ja vielleicht ein Hallo! Da muss man 450 Km fahren, um sich zu treffen … Doch es kommt noch besser … : Plötzlich wird von unseren „Ortnachbarn“ ganz aufmerksam unser Mobil betrachtet. 
sagt mal – habt ihr das in Döbeln bei Sachsen-Caravan gekauft?“ Jetzt bin ich baff. „Ja, wie kommt ihr darauf?“ „Mensch – wir haben unser Mobil am gleichen Tag abgeholt. Wir haben uns doch dort getroffen, wir haben doch beide wegen dem verspäteten Zug den Anschluss verpasst ….

Stellplatz Niebüll

Hmmm – ja – also Sachen gibt’s … 
Es ist schon komisch, aber manchmal ist die Welt schon klein! Den Abend verbringen wir im Mobil mit Renate und Rafael – immerhin gibt es ja viel zu erzählen! Draußen ist es leider zu kalt …



Niebüll am Morgen


Donnerstag, 04.07.2013, 2. Tag

8:30 Uhr soll es Frühstück geben. Als wir – wie üblich – gegen 5:30 Uhr wach werden, sehen wir den bewölkten Himmel über uns. Es ist nicht kalt und es regnet nicht, also gar nicht so schlecht. Wer weiß schon was uns für ein Wetter in Norwegen erwartet! 
Ein bisschen bleiben wir noch liegen, doch an einschlafen ist nicht mehr zu denken. Bald aber sitzen wir vor dem Mobil und frühstücken mit Renate und Rafael. Gar nicht schlecht, wie wir hier so sitzen, denn der Stellplatz hat enormen Parkplatzcharakter, das ist schon ein komisches Gefühl zwischen den Fahrzeugen, meist Reisebusse und Lieferwagen, zu sitzen. Aber es geht problemlos und es schmeckt.

Wohnmobilstellplatz Niebüll

Lange warten wir nach dem Frühstück nicht mit unserer Abreise. Heute Abend legt unsere Fähre in Hirtshals ab. Es sind bis dahin noch ca. 350 Km zurückzulegen und Dank den dänischen Bestimmungen wird unsere Höchstgeschwindigkeit bei 80 Km/h liegen. ? Gegen 9:00 Uhr verlasen wir winkend Renate, Rafael und den Stellplatz in Niebüll. 

Vorerst geht es über Landstraßen bis wir die Autobahn erreichen. Auf ihr fahren wir nun nach Norden. 80 Km/h sind nicht schnell und entsprechend zieht die Fahrt sich wie Gummi.

Zur Einstimmung auf Norwegen haben wir ein Buch: 
Gebrauchsanweisung für Norwegen“ von Ebba D. Drolshagen.

Hier wird auf die Nöte oder Ängste, die Zufriedenheit und die Stimmung des Volkes eingegangen, wir erfahren von großen Errungenschaften der Norweger und geschichtlichen wie aktuellen Ereignissen bis hin zum Massaker in Oslo. Alles wird behandelt und es ist in einer Erzählform geschrieben, die das lesen und das zuhören sehr kurzweilig werden lässt.

Als wir auf einem Autobahnrastplatz eine Pause einlegen wollen steht der Parkplatz voll mit Feuerwehren und alle Blaulichter sind in Gange. Ein LKW brennt und wird gelöscht. Das ist ein interessantes Schauspiel, während wir eine Kleinigkeit essen.
Endlich ist heute mal etwas los ?

Hirtshals

Gegen 15:30 Uhr kommen wir nach 390 Km und ca. 5,5 h in Hirtshals an. Das Wetter hat sich nicht an den Wetterbericht gehalten. Es nieselt einfach ein wenig im frischen Wind … 
Unser erster Parkplatz ist am Nordsoen in Hirtshals, einem Oceanium. Bei diesem schlechtem Wetter ist es voll dort.

Noch während eines kurzen Spazierganges findet sich ein netter Stellplatz mit Blick auf den Strand. Als das Wetter einen Moment besser wird, gehen wir zum ganz in der Nähe liegenden Hafen und am Strand entlang.  Hier kann man mit dem Auto entlangfahren,  doch wir trauen es uns nicht. Die Gefahr, das wir uns festfahren ist zu hoch, die Zeit für eine eventuelle Befreiung zu lang – die Fähre wartet nicht.

Natürlich prägen auch hier Bunker, der hier im 2 Weltkrieg stationierten deutschen Soldaten, den Strand. Auch er ist ein Teil des „Atlantikwalls“.

Der Atlantikwall war eine 2685 Kilometer lange Linie von befestigten Stellungen entlang der Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern in den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen, den britischen Kanalinseln sowie dem Deutschen Reich im Zeitraum 1942 bis 1944 geplant und teilweise erbaut. Der Atlantikwall sollte diese Gebiete vor einer alliierten Invasion schützen.*

Ach ja – fast vergessen – die Fähre: Wir fahren mit der „Kristiansand Super Speed 1“ von der Color Line. Schon im Januar haben wir sie gebucht und 170,- € für die Überfahrt Hirtshals (DK) nach Kristiansand (N). Wir fahren mit der sehr sauberen, gepflegten und sehr ansprechenden Fähre ca. drei Stunden über die Nordsee.

Technische Daten Color Line SuperSpeed 1

Fähre Color Line SuperSpeed 1

Baujahr: 2007 (umgebaut 2011)
Werft: Aker Yards, Rauma Finnland
Schiffsregister: NOR
Heimathafen: Kristiansand
Bruttoregistertonnen: 36 822 BRT
Länge: 211,3 m
Breite: 26 m
Tiefgang: 6,5 m
Geschwindigkeit: 27 Knoten
(Definition: 1 Knoten = 1 Seemeile/h = 1,852 km/h)
Maschine: 51 408 PS
Max. Anzahl Personen: 2 400
Passagierkapazität: 2 315
PKW: 750
Lademeter für LKW und Busse: 1 990
Anzahl Decks: 11


Pünktlich läuft die Fähre ein und wir können, nachdem die Fähre geräumt wurde, „an Board“ kommen. Das geht zügig vonstatten. Gleich über zwei Etagen fahren Pkws, Transporter und Reisemobile gleichzeitig in den Bauch der Fähre.

Später füllen LKWs und Reisebusse die leeren Räume. (komische Reihenfolge, doch so war es ? Zu diesem Zeitpunkt haben die Fahrer der kleineren Fahrzeuge schon längst das  Oberdeck erklommen. Alles in allem eine gute Lösung für eine schnelle Beladung. Pünktlich legen wir ab und blicken noch einmal auf  Dänemark zurück.

Auf diesem Schiff findet sich die größte Pizzeria Europas. Hier sitzen wir nun auf zwei der über 700 Plätze und essen Pizza. Ehrlich gesagt … es gibt bessere Pizzen. Unser Navi zeigt eine Geschwindigkeit der Fähre von fast 60 Km/h … das reicht zum Wasserskifahren!

Immer wieder gehen wir während der Überfahrt hinaus und sehen auf die glatte Nordsee. Natürlich schlendern wir auch durch die zahlreichen Läden und – wie immer – findet sich auch das Ein oder Andere, was man gerne hätte oder dringend braucht ?

Als wir uns einen Kaffee holen, sehen wir plötzlich das Licht eines Leuchtturms. Wir sind bald in Norwegen …

Guten Abend Norwegen!

Von der Fähre herunter kommen wir sofort in einen Stau. Dieser ist jedoch von den Zöllnern Norwegens verursacht. Gaaaaaanz langsam lassen sie die Fahrzeuge passieren und holen hin und wieder ein Fahrzeug heraus. Wir dürfen passieren und haben uns schon auf der Fähre entschlossen jetzt noch zum Stellplatz nach Lindesnes zu fahren. Es sind 80 Kilometer durch die Nacht. Die Straßen sind eng und permanent geht es auf und ab. Eine scharfe Kurve löste die nächste ab. Gegen 01:30 Uhr kommen wir auf dem Stellplatz am Südkap an, finden einen Platz, parken und kommen zur Ruhe.


* Zitat Wikipedia