Karlstadt, Båstnäs, Oslo, Vikingskipshuset

mit dem Wohnmobil in Schweden

Mittwoch, 16. 08.2017, 13. Tag

Nach dem Frühstück, das Wetter ist heut Vormittag noch wechselhaft, schnappen wir uns die Fahrräder und fahren Richtung Karlstad. Oh man ist das auf einmal bergig hier!

… und wie immer beim Radfahren – der Wind kommt von vorn …
Plötzlich sehen wir ein Einkaufcenter vor der Stadt und bleiben gleich hier. Bei Intersport sehen wir uns das Angebot an und dann entdecken wir noch ein riesiges Kaufhaus! Bei IKEA essen wir zu Mittag und sehen uns dort auch einmal um.

Dann geht es zurück zum Mobil und da mittlerweile herrlich die Sonne scheint legen wir uns an das Ufer des Vänernsee. Es ist steinig, doch die Steine stahlen eine unwahrscheinliche Wärme ab und dadurch kann man die harte Liegefläche gut verkraften. Ins Wasser gehen ist immer noch jedes Mal eine Überwindung.

baden in Schweden am Vänernsee

Ist man einmal ein- und untergetaucht, ist es sehr angenehm eine kleine Runde zu schwimmen, denn die Sonne wärmt einen richtig gut auf, wenn man sich wieder auf die warmen Steine legt.

Von gestern Abend haben wir noch ein schönes Stück Fleisch und machen es auf dem Grill warm – und wieder schmeckt es richtig lecker. Wir lesen, bis die Sonne untergeht und dann geht es schnell ins Mobil, denn sobald die Sonne nicht mehr am Himmel scheint kühlt es sich schnell ab.

Wir sind herrlich entspannt und wunderbar ausgeglichen – der Urlaub wirkt!



Donnerstag, 17. 08.2017, 14. Tag

die Löffelliste

In der Nacht hat es geregnet, doch die Temperaturen sind angenehm und wir können vor dem Mobil frühstücken. Heute werden wir nach Oslo fahren. Fast auf dem Weg – in Båstnäs – liegt eine merkwürdige Sehenswürdigkeit Schwedens. Hier stehen hunderte alte Autos im Wald. (schon seit 6 Jahren steht z.B. dieses Ziel auf meiner Löffelliste)

Der Originaltitel The Bucket List bezieht sich auf die englische Redewendung „to kick the bucket“, was umgangssprachlich den Löffel abgeben, ins Gras beißen bedeutet. Eine bucket list ist im gängigen angelsächsischen Sprachgebrauch eine Liste, auf welcher man alles aufzählt, was man vor seinem Lebensende noch gerne machen würde. Der Begriff bucket list wurde in der deutschen Synchronisation mit Löffelliste (bzw. Löffel-Liste) übersetzt und hat mindestens seitdem Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden.*

Wir fahren früh zum Check out. Zu früh. Die 15 Minuten, die uns bis 8°° Uhr bleiben können wir gut zum Ver- und Entsorgen nutzen. Dann geht es los. Die Straße E18…… ist nicht spannend, hin und wieder kommen nette Abschnitte, hauptsächlich führt sie einfach so dahin.

Irgendwann sind wir in Töcksfors angekommen, verlassen die E18 und fahren in Richtung der Autos im Wald. Anfangs ist die Straße gut ausgebaut und asphaltiert. Damit hatte ich nach einigen Berichten gar nicht gerechnet. Schon bald wechselt der Fahrbahnbelag tatsächlich zu Schotter und es wird enger. Eine ganze Zeit zieht es sich dahin. Das Navi gibt für die nächsten 8 Km eine Fahrzeit von einer Stunde an …

Båstnäs Autofriedhof

Plötzlich tauchen sie auf! Auf der rechten Seite im Wald steht plötzlich ein alter LKW und ein völlig zerstörter PKW.

Langsam fahren wir weiter und es werden immer mehr alte Fahrzeuge im Wald! Wir finden einen „freien“ Parkplatz und gehen durch den Wald.

Ein befremdliches Gefühl beschleicht einen manchmal in dieser merkwürdigen Umgebung. Hier ruft ein Kuckuck, dort summt eine Biene, dahinten flattert ein Vogel und überall stehen Berge von rostenden Autos.

Zum Teil wachsen Bäume durch sie hindurch, manchmal rosten sie einfach, bei fast allen fehlen einige Teile, sie erinnern an längst vergangene Zeiten, vielleicht an schöne Tage junger Verliebter – auf jeden Fall sind wirklich genug alter Fahrzeuge in diesem Wald „versteckt“ …

Vielleicht noch etwas zum Hintergrund:
In der Nachkriegszeit bestand zwischen Norwegen und Schweden ein Einfuhrzoll für Fahrzeuge. Eine Mechanikerfamilie hat sich dies zu Nutze gemacht und hier Autos in Teile zerlegt, über die Grenze nach Norwegen gebracht und dort wieder zusammen geschraubt und verkauft. Das Geschäft funktionierte, bis Norwegen seine Gesetze lockerte, aber noch viele Schweden ihre alten Fahrzeuge an diesen Ort brachten. Als die Familie 1986 entsprechend ihr Geschäft aufgeben musste, blieben die Autos einfach stehen. Etwa 1000 Autos oder was davon übrig ist, sind hier noch zu finden.*. * Internetfund: 
Quelle

Noch immer beeindruckt fahren wir erst zurück zur E18, dann biegen wir links ab, nach Oslo. Wir kommen zur Norwegisch-Schwedische Grenze. Der Grenzübergang ist neu ausgebaut, Kontrollen finden nicht statt.

Die E18 wird mehr und mehr zur Autobahn. Es dauert nicht lange und wir erreichen

Oslo

Oslo ist die Hauptstadt des Königreichs Norwegen. Ihr ehemaliger Name war Christiania (1624 bis 1924) bzw. Kristiania (alternative Schreibweise von 1877/1897 bis 1924). Mit 975.744 Einwohnern ist Oslo der mit Abstand größte Ballungsraum des Landes*

Sjølyst Marina Bobil parkering / Stellplatz Oslo

Webseite, googlemaps

Einen großen Reisemobil-Stellplatz gibt es in Oslo. Den haben wir als Ziel ins Navi eingegeben. Zielsicher zeigt uns das Navi den Weg, leitet uns auf mehrspurigen Straßen durch Oslo und gerade am Ende kommen wir an einem Hafen der Stadt vorbei. Was haben wir für ein Glück, denn es sind noch 3 Plätze direkt am Wasser frei als wir auf den Platz fahren. An einem Automaten entrichten wir unseren Obolus und wollen 2 Nächte bleiben.

Jetzt können wir Kaffee trinken und auf einen Teil des Yachthafen von Oslo sehen. Ganz hinten am Gipfel einer Bergspitze sehen wir die Holmenkollenschanze.

Während des Kaffees machen wir uns ein Bild der Umgebung und der Möglichkeiten, die sich uns hier bieten.

Ganz in der Nähe befindet sich das Norwegische Folksmuseeum und ein Museum mit Vikingerschiffen. Beide können wir zu Fuß erreichen und laufen schon bald los. Wir kommen tatsächlich schnell dort an, obwohl einige Berge zu überwinden sind!

Es kommt uns gar nicht so vor als wären wir in der norwegischen Hauptstadt unterwegs.

Hier ist Natur pur. Nach etwa 30 Minuten gemütlichem Gang kommen wir an den Eingang des Folksmuseums. Wir erkennen schnell, das es sich hier um ein größeres Freiluftmuseum handelt und beschließen, es später anzusehen, es ist schon 15³°. Ein Vergleich drängt sich sofort auf – das Freiluftmuseum Skansen in Stockholm.

Vor dem Folksmuseum befindet sich eine Haltestelle des Hop on Hop off Busses. Leider gibt es keine Karten oder Infos, selbst in dem Eingangsbereich des Museums haben sie keine Flyer. Da kommt einer der Busse gefahren. Ich renne schnell hin und jetzt haben wir einen Fahr- und Haltestellenplan der Busse, denn gern möchten wir Oslo mit diesen Bussen kennen lernen und einen Überblick über diese Stadt zu bekommen.

Vikingskiphuset

Webseite, googlemaps

Nach einem weiteren kurzem Weg kommen wir zum Vikingskipshuset.

Wikingermuseum

Unglaublich, was man sich hier ansehen kann. Da steht man vor den originalen Schiffen die so bekannt sind.

Mit denen tatsächlich die Welt entdeckt wurde. … darüber kann man (nicht nur im Museum) so viel lesen …

… sehr interessant ist die nordische Kultur, deren Einflüsse uns bis heute bestimmen.

Das Museum ist nicht groß. Ein Film läuft und erklärt auf interessante Weise das Leben zur Zeit der Wikinger. Durch die Serie „Vikings“ waren wir gerade im Stoff – wie man so schön sagt – und konnten die vielen Parallelen sehen.

Für den Abend haben wir uns eine leckere Lachsforelle gekauft.

Sie landet in Alu-Folie auf dem Grill und wir essen sie etwas später mit geröstetem Brot und Knoblauch.

Der Abend wird schnell kühl und wir verbringen ihn im Mobil.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

mit dem Reisemobil nach Schweden
ca. 220 Kilometer, Fahrzeit ca. 2,5 Stunden


* Zitat Wikipedia