Gastankeinbau

Umbauten, Einbauten und Veränderungen an unserem Wohnmobil

der Einbau eines festen Gastanks unter das Mobil

Der Rapido ist vom Werk mit einem elektrisch gesteuerte FAVEX® System mit Automatikumschalter ausgestattet. Dieser erlaubt den Einsatz gasbetriebener Geräte wie z.B. der Wohnraumheizung auch während der Fahrt und ist im Gasflaschenkasten montiert. Hier findet sich Platz für zwei 11 kg Gasflaschen, die man mit auf die Reise nehmen kann.

Schon für einen 14-tägigen Winterurlaub reichen 2 Gasflaschen bei weitem nicht aus. So entscheiden wir uns für einen Gastank. Leider ist nicht sehr viel Platz unter dem Mobil. Die Vorbereitung, also der Ausbau des Wassertanks ist abgeschlossen. Dadurch entsteht der Platz für einen Unterflur – Gastank, der jetzt montiert wird.

Bestellt wurde er bei Whynengas.

Größe:                  110 ltr.
Füllmenge:         88 ltr. = 44 kg.
Länge:                  1203 mm
Durchmesser:    360 mm
Tankgewicht:    40 kg.

Armaturenkasten:  Nirosta und gasdicht!
Höhe: 90 mm, Breite: 145 mm, Länge: 540 mm

folgende Komponenten sind bestellt und im Armaturenkasten verbaut:

– Crashsensor mit grünem Freischaltknopf
– Gasfilter
– MonoControl CS – Regler
– mit Reglerheizung
– Entnahmeventil
– mit Rohrbruchsicherung
– Sicherheitsventil – öffnet bei 28 bar
– Füllstandsanzeige – bis 100% Markierung bei 80%
– Füllventil – stoppt die Betankung bei 80%

Die Entscheidung fiel auf diesen LPG-Tank, weil er die passende Größe hat und genau die Lücke füllt, die der Unterflur-Frischwassertank hinterlässt.

LPG – Gas kommt in den Tank

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Flüssiggas LPG (Liquefied Petroleum Gas) oder NGL (Natural Gas Liquids), d. h. relativ kurzkettige Kohlenwasserstoffe, wie Ethan, Propan, Butan usw., und deren Gemische, die bei Raumtemperatur unter vergleichsweise geringem Druck flüssig bleiben. Es fällt als Nebenprodukt der Erdölraffinierung und als Begleitgas bei der Förderung von Erdöl und Erdgas an und ist somit ein fossiler Energieträger.*

Auf dem folgenden Bild sieht man den frei gewordenen Platz. Der Blick geht von der Hinterachse in Richtung Vorderachse. Das Bild entstand, als der Frischwassertank gerade ausgebaut wurde und zeigt den Platz, der nun zur Verfügung steht.

fester Gastank ins Wohnmobil
Das Fahrzeug befindet sich auf der Bühne und von der Hinterachse geht der Blick unter dem Mobil zur Fahrerseite

Da das Mobil auf der Hebebühne ist, lässt sich der Tank gut anpassen. Mit einem Heber wird der Tank ganz vorsichtig auf die richtige Position gebracht, damit die Position der Halter genau bestimmt werden kann. Danach werden die Löcher gebohrt
(Achtung – auch innen genau messen, wo der Bohrer ankommt!!!)
und die Halter geklebt und verschraubt. Die Spannbänder werden um den Tank gelegt und jetzt beginnt die „fummeligste“ Arbeit. Die Gummibänder zwischen Tank und Spannbänder zu bringen ist eine echte Herausforderung …

Irgendwann ist es geschafft und ich möchte es hier kurz erwähnen: es ist ein tolles System, wie die Spannbänder nach dem Spannen gesichert werden!

der Anschluss ans System

Nun kann der Gasanschluss erfolgen. (selbstverständlich: Fachmann ans Werk!)

Die Gasleitung wird an das bestehende System angeschlossen, gleichzeitig wird das FAVEX® System im Gasflaschenkasten abgeklemmt und demontiert. Die Gaszufuhrunterbrechung (im Falle eines Unfalls) ist am neuen Gastank bereits montiert.
So können gasbetriebene Geräte, z.B. die Heizung während der Fahrt genutzt werden.

Dann wird der Betankungsstutzen montiert. Der erste Gedanke, ihn in einer senkrechten Flucht mit dem Stromanschluss und Kamin der Heizung und einer waagerechten Flucht der Griffe der Unterflurschublade gefällt mir und geherzt bohre ich das Loch in die Schürze.

EDIT nach erstem Winter: Beim Heizen bildet sich ein enormer Eisklumpen unter dem Kamin. Dieser vereist den Gasanschluss komplett. Hier muss ich eine Klammer oder ein Kunststoffteil nutzen, welches das Wasser abtropfen lässt.

Festeinbau eines Gastanks ins Wohnmobil

Die Fernanzeige für den Füllstandes des Gastanks habe ich – ebenfalls in Tanknähe – 
neben der Fernbedienung des Waeco Wechselrichters installiert. Sie ist mit ihren 4 LED`s etwas grob, aber für einen Überblick reicht es.

Gastank im Reisemobil

Der (rechte) Schalter ist nicht nur für die Füllstandanzeige, mit ihm kann auch den Heizstift eingeschaltet werden, der im Winter verhindernt, das der Mono Control CS Regler einfriert. Da der Tank unter dem Mobil im Außenbereich montiert ist, kann der Winter mit kalter Hand „zupacken“ und kleine Kondenswassertröpfchen würden im Regler zu Eis werden!

Zu guter Letzt verlangen die TüV-Vorschriften noch die Kürzung des Auspuffendrohres, denn es ist zu nah am Gastank. Hier muss die Flex klare Worte sprechen und nach der Verwendung von etwas Farbe ist der Einbau des LPG Gastanks endlich abgeschlossen.


… es geht alles – Fantastisch!!!

Am 12.04.2014 tanken wir zum ersten Mal. Der Liter Gas kostet 0,779 €.

Wir benötigten dazu einen Adapter, den wir mit dem Tank bestellt haben.

Wieder einmal zeigt sich die hervorragende Beratung, die wir bei der Bestellung bei Herrn Barabas der Firma Elbe-Caravan genießen durften. Alles, wirklich alles war komplett dabei und konnte sofort benutzt und angewendet werden.

Nach der ersten problemlosen Betankung haben wir mehrere Tankstellen verglichen und uns über die Gasqualität und der Zusammensetzung erkundigt. Keine Fachkraft hinter dem Tresen könnte mit Sicherheit sagen, welches Gasgemisch aus den Säulen kommt. Alle haben den Aufkleber dran:
„LPG-Gemisch aus Propan und Butan nach DIN EN 589/DIN 51622“

Es besteht ein bekanntes Winter-Problem:
LPG ist eine Mischung aus Propan und Butan, diese Stoffe vergasen in Abhängigkeit der Außentemperatur unterschiedlich. Butan vergast unter 0°C nicht mehr, bleibt lediglich flüssig und kann somit nicht mehr ordentlich versorgen. Reines Propan hat dagegen eine anderen Siedepunkt und verträgt wesentlich tiefere Temperaturen. 
Aus diesem Grund soll LPG im Winter immer hohe Propananteile haben, wenn der Gastank im Außenbereich montiert ist. Da ist ein Mischungsverhältnis von 95/5 (Propan zu Butan) optimal.

Woher wissen wir das Gemisch, wenn es nicht einmal der Tankwartfachangestellte sicher sagen kann? Reicht tatsächlich ein Aufkleber mit: DIN – Norm 51622? Weitere Erkundigungen ergeben, das bei den Tankstellen von Hoyer der Anteil von Propan im Gas wenigstens 95% beträgt.


Material:ca. 1000,- €
Zeitaufwand:ca. 1 Tag

* Wikipedia

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