Tournai – Omaha Beach, Normandie

Freitag, 18. Juli 2014

Die erste Urlaubsnacht ist vorüber und wir haben gut geschlafen. Durchs halb geöffnete Dachfenster scheint manchmaldie Sonne. Nach dem Duschen am Morgen gibt es ein „schnelles“ Frühstück: Müsli, Obst, Quark, Milch, Kaffee und O-Saft.

Das Wetter zeigt sich anfangs noch ein wenig bedeckt, doch während wir bei 19°C vor dem Mobil essen kommt langsam die Sonne heraus. Auf dem Platz ist schon Bewegung. Während ich die Fliegen der gestrigen Fahrt entferne fahren schon 2 Mobile vom Platz … Es ist durchaus möglich, das dieser Platz von uns wieder gern als Zwischenstopp gewählt wird.

Heute steht unser erstes Urlaubsziel auf dem Plan. Es ist die Normandie in Frankreich, ganz speziell haben wir uns den Omaha Beach ausgesucht und fahren zum Campingplatz Omaha Beach. Es dauert nicht lange und die Autobahn A16 / E42 ist erreicht. … mit Jogger!

Schon nach ca 15 Km erreichen wir die belgisch – französische Grenze. Das erahnen wir mehr, als wir es genau wissen, denn lediglich ein Schild informiert, das in einem Kilometer Frankreich beginnt. Es dauert gar nicht lange und wir lernen folgende Situation kennen …

Maut in Frankreich

Heute fahren wir auf französischen Autobahnen ca. 380Kmund zahlen dafür 51,20€Mautgebühren. (einundfünfzig Euro und zwanzig Cent) Die „Mautobahnen“ sind ok und fahren sich ebenso, wie die (noch) kostenlosen Autobahnen in unserem Heimatland Deutschland. (hier wird auch gerade über die Einführung einer Autobahnmaut diskutiert – wir sind jetzt dafür!) Bald kommt die nächste Mautstation … und das Ticket, welches wir ziehen erinnert uns durch seine Unterbringung am Armaturenbrett immer an die bald kommenden Kosten!

An den Mautstationen stehen in den meisten Fällen Automaten. Man fährt auf einer Spur ein und hält, von einer Schranke eingebremst, direkt am Automaten. Der Automat schiebt durch eine Ausgabeluke ein Ticket. es gibt 2 Ausgabeschlitze. Einen oben und einen unten. Bei uns gab es die Tickets immer aus dem oberen Schlitz … 
Kaum ist das Ticket gezogen öffnet sich die Schranke und während wir losfahren lächeln wir kurz in die in ausreichender Anzahl installierten Kameras. Nach einiger Zeit und Kilometern kommt man entweder an einer Ausfahrt oder ans Ende der Mautstelle. Hier sitzen hin und wieder Kassierer oder es stehen Automaten an denen man zu zahlen hat. (siehe nächstes Bild)

Ebenso oft erleben wir auch Automaten an denen man sofort zahlt. Hier fährt man ebenso vor und der Automat zeigt (wieder oben und unten) den zu entrichtenden Obolus, also die Maut für die gleich zu befahrende Autobahn oder Brücke.

Man kann in 3 Versionen zahlen:
VISA Karte, mit Geldscheinen oder Hartgeld.
(selbstverständlich gibt es bei Bargeld das Wechselgeld sofort zurück)

Wir haben meist mit der Karte bezahlt und waren recht schnell und problemlos durch die Station.

Auf unserer weiteren Fahrt können (bzw. müssen) wir uns mit den verschiedenen Techniken des Bezahlens der Maut vertraut machen. Auf den Autobahnen bekommt man leider nicht viel von den Ländern mit in denen man unterwegs ist, doch man kommt vorwärts. Heute wollen wir vorwärts kommen, denn bei einem weit entferntem Reiseziel muss man auch mal Kilometer zurücklegen … und tanken.

Ein Preisvergleich der Treibstoffkosten lohnt sich. So fahren wir von der Autobahn ab, zahlen Maut an der Ausfahrt. Es geht durch einen kleinen Ort und an die Tankstelle. Der Liter Diesel kostet hier 12 Cent weniger als auf der Autobahntankstelle einige Kilometer zuvor. Als wir wieder auf die Autobahn fahren, ziehen wir wieder ein Ticket, die Schranke öffnet sich und wir können weiter.

Wir sind auf der A29 in Frankreich unterwegs und nähern uns Le Havre.

Le Havre[ləˈɑːvʀ] ist eine Stadt mit 174.156 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Nordwesten Frankreichs im Département Seine-Maritime in der Region Haute-Normandie. Die Einwohner nennt man im Französischen Havrais. Le Havre, am rechten Ufer der Seine liegend, verfügt – nach Marseille – über den zweitgrößten Hafen Frankreichs (→ Hafen Le Havre). Nach Einwohnerzahl ist Le Havre die größte Stadt der Normandie, flächenmäßig die zweite nach Rouen.*

Nachdem wir die Autobahnabfahrt Le Havre passiert haben, kommen wir zum Pont de Normandie. Hier kommen wir über 2 Brücken. Die erste führt über den alten Hafenkanal und ist im Bild unten zu sehen.

Als wir die erste der beiden Brücken überquert haben, erfreuen wir uns an folgendem Anblick.

Eben noch dachten wir an eine Raststätte zwischen den Brücken, die das ein oder andere Foto erlauben würde, doch es ist nicht nur ein Ort der Rast und der Freude … es ist auch eine Mautstation! Nun haben wir uns auf ein kleines Päuschen gefreut, stoppen hier kurz und trinken einen Kaffee.

Kurz danach überqueren wir für 6,20€ auf dieser Brücke die Seine, die hier breit in den Ärmelkanal fließt.

Die Seine[sɛn] (lateinisch/keltisch Sequana) ist ein Fluss in Nord-Frankreich. Sie entspringt in Burgund, fließt von Osten nach Westen und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal. Mit 777 Kilometern[2] Länge ist sie neben der Loire (1004 Kilometer) und den ineinander übergehenden Flussverläufen von Doubs, Saône und Rhône (insgesamt 1025 Kilometer) einer der längsten Flüsse Frankreichs. Das Einzugsgebiet der Seine umfasst etwa 78.650 km².*

Es ist gar nicht mehr weit, als das Navi Caen ankündigt.

Schon vor Caen werden wir auf einem Autobahnring geführt und umfahren die große Stadt ohne Verkehrsprobleme, Stau oder irgendwelchen Stress.

Caen/kɑ̃/ ist die Hauptstadt der französischen Region Basse-Normandie und mit 108.793 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) die größte Stadt im Département Calvados. Außerdem ist sie Sitz der Präfektur des Départements. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Caen; es besteht aus 24 Kantonen. Die Stadt selbst untergliedert sich in neun Kantone. Sie liegt am Fluss Orne, 15 Kilometer oberhalb von dessen Mündung in den Ärmelkanal, sowie 50 Kilometer südwestlich von Le Havre.*

Nun fahren wir auf der N13 / E46, als sich plötzlich das Navi meldet:

„In 3000 Meter nehmen sie die Ausfahrt „Vierwille-sur-mer“, danach biegen sie an der Kreuzung rechts ab“

So machen wir es und sind nun auf den Landstraßen der Normandie unterwegs. Es sind die typischen Häuser an den Straßen und hinter den Feldern zu sehen. Selbst die Kirchen entsprechen dem Bild, was man von der Normandie irgendwie im Kopf hat.

Ganz „gefährlich“ sind Fußgängerüberwege. Sie sind oft in großem Winkel um 20 – 25 cm erhöht und  lassen das Mobil ordentlich erzittern, wenn man seinen Blick nicht konzentriert auf der Straße lässt.

Hier landete am D-Daydie amerikanische Armee, heute am „Friday“landen wir hier.

Der Ausdruck D-Day bezeichnet im Englischen den Stichtag militärischer Operationen. Ein vergleichbares deutsches Wort ist Tag X, ein französisches jour J. In vielen Sprachen steht der Ausdruck heute speziell für den 6. Juni 1944 als Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg.*

… wir kommen heute jedoch nicht vom Wasser, sondern direkt von der D514. Die Abbiegung zum Campingplatz „Omaha Beach“ ist bezeichnend für die ganze Gegend hier. Alles hier „lebt“ vom D-Day. An der Kreuzung ist neben einem kleinen Kaffee/Imbiss ein kleines Museum eingerichtet. Schon auf dem Parkplatz stehen Kanonen, Landungsboote und Scheinwerfer wie sie zur Fliegerabwehr in der Nacht benötigt wurden. Auf unserem Weg hier her sahen wir viele Fahnen. Französische, amerikanische, englische und kanadische wehen oft neben der Europafahne im stetigen Wind der Normandie …

Camping Omaha Beach

Camping Omaha Beach, Internet, (googlemaps)

An der Rezeption sieht es ordentlich aus. Ein kleiner Laden befindet sich im hinteren Teil des Gebäudes. Hier wird nicht deutsch gesprochen. Französisch und Englisch geht. Einen Platz bekommen wir noch, suchen ihn dann allein aus und finden auch einen, der uns gut gefällt.

Gut, wenn man hier ohne Strom auskommen kann, denke ich beim Verneinen der Frage nach der Strompauschale, denn immerhin arbeitet eine Solaranlage auf unserem Dach.  Die Strom-Tagespauschale beträgt hier 5,50 €! Das ist nicht wenig, für unsere 3 Nächte wären es immerhin 16,50€. Nach dem Lesen der französischen Rechnung lasse ich mir die Kosten erklären und den Strom-Betrag auszahlen. Das Lächeln des Herrn an der Rezeption kann ich nicht einmal müde erwidern. Vielleicht kann er Deutsche nicht leiden? Ich denke im Grunde: Geschäft ist Geschäft. Ob wir nun Weltmeister im Fußball sind oder Opa hier Bunker baute und vor langer Zeit hier stationiert war, fair kann man bleiben. Leider erwies sich auch später der Platz als nicht die beste Wahl.
Meine Bewertung bei Google Maps liest sich folgendermaßen:

Camping Omaha Beach
Nicht so gut … Haben den Platz im Juli 2014 auf unserer Urlaubstour besucht. (www.wiese-mobil.de) Es ist ein herrlich gelegener Platz. Kurzer Weg zum Strand und zum D-Day-Museum im Ort. Mit einem Fahrzeug kann man schnell den amerikanischen oder den deutschen Soldatenfriedhof besuchen oder zum „Pointe du Hoc“ gelangen. Dafür 2 Sterne. Die Leitung des Platzes ist unfreundlich und wenig bemüht. Die sanitären Anlagen sind dreckig. Wassertanken kostet 2,- € und das Abwasser läuft über den Weg durch den Platz. ACHTUNG Wohnmobil / Motorhome Fahrer: Strom kostet 5,50€/Nacht! … wurde bei uns berechnet, obwohl nicht bestellt. Fazit: Es tut mir leid, ich kann diesen Platz nur wegen seiner Lage empfehlen. 
Ich werde ihn persönlich NIE mehr anfahren.

Wir wählen den „kleinen Privatweg“ zum Strand. Dieser geht sehr steil bergab, an einer ehemaligen deutschen PaK-Stellung vorbei und endet am Parkplatz der Strandpromenade.

Eine Panzerabwehrkanone (Pak oder PaK) ist eine für die Bekämpfung gepanzerter Ziele, vr allem von Panzern, konzipierte Kanone. Mit der Pak wird panzerbrechende Munition im direkten Richten verschossen.*

Dieses oberhalb des Landeabschnittes Charlie am Omaha Beach gelegenen Widerstandsnest (WN) schließt sich an die WN 72 (am Strand) bei Vierville an und deckte einen schmalen Standzugang westlich von Vierville. 

Im Moment ist Flut.

Es ist Sandboden, der hier vorherrscht, jedoch liegen viele Steine in dem Bereich, wo die Wellen auslaufen.

Auch das Bild des Strandes ist von ehemaligen Wehranlagen dominiert.
Dieses am Strandausgang von Vierville errichtete Widerstandsnest 72 schützte mit einer Panzermauer den Strandausgang. Es war mit einer 8,8 cm Pak ausgerüstet, die für den Verlust von rund 30 amerikanischen Panzern verantwortlich war, die hier im Bereich von Dog Green im Omaha Abschnitt ab 6:30 Uhr am 06.Juni 1944 gelandet waren.

Die Panzerkante am oberen Ende der gemauerten Uferbefestigung oder Strandpromenade ist deutlich zu sehen.

Es gibt hier nicht viele Läden an der Promenade, so laufen wir einfach in Richtung der Fahnen, die in der Mitte der Bucht wehen. Irgendwann drehen wir um und nun geht es zurück. Ein Bad im Ärmelkanal steht heute noch an – jetzt.

Das Wasser ist überraschend warm! Es sind 20°C Wassertemperatur. Dieses warme Wasser überrascht etwas, ist aber sehr angenehm. Die Ebbe hat schon eingesetzt als wir zum Platz zurück laufen und den steilen „Privatweg“ erklimmen!

Die Duschen auf dem Campingplatz sind nicht sehr gepflegt und funktionieren nur teilweise. Es ist gut, das wir unser Badezimmer im Mobil nutzen können der Zustand der sanitären Anlagen ist sehr …… überholungsbedürftig. So sind z.B. keine Brillen auf den dreckigen Klo’s + die Türen sind auch noch defekt. Nach einem Bad im Salzwasser, wie eben gerade, nutzen wir normalerweise die Duschen auf den verschiedenen Plätzen ganz gern.

Als wir das Abendbrot zubereiten – heute grillen wir ein paar Kammscheiben, dazu gibt es Salat und Brot – scheint noch die Abendsonne über den Omaha Beach. Das Wetter ändert sich jedoch sehr schnell, denn dunkle Wolken ziehen
über den Ärmelkanal und noch während wir essen, sehen wir uns schon die Blitze an, die beeindruckend vor den schwarzen Wolken am Horizont zucken. Es kommt Wind auf und es wird deutlich kühler, obwohl die Sonne uns noch erreicht. Bald räumen wir alles regenfest weg und machen noch einen kleinen Spaziergang über den Strand. Es ist Ebbe.

Es ist schon windig geworden und die ersten Tropfen erwischen uns, als wir zum Mobil kommen. Am Abend sehen wir fern und erfahren von einer Unwetterwarnung auf unseren Großraum zutrifft.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

Mit dem Wohnmobil durch Frankreich
ca 452 Kilometer, Fahrzeit ca. 6 Stunde

Hier in der Normandie sehen wir uns verschiedene Sehenswürdigkeiten an:
das Museum Memorial, den Soldatenfriedhof La Cambe, und Colleville-sur-Mer


* Zitat Wikipedia