Hausboot auf der Müritz

Oktoberurlaub 2021 in Deutschland

mit dem Hausboot auf der Müritz



Samstag, 09.10.2021

Es ist unser erster freier Tag in diesen Oktober Ferien 2021 – so versuchen wir auszuschlafen (das gelingt leider noch nicht so richtig). Dann bereiten wir ein gemütliches Frühstück vor.
In diesem Urlaub werden wir die erste Woche auf einem Hausboot verbringen und haben jetzt alles soweit vorbereitet dass wir nur noch zum Hafen an der Müritz fahren müssen, um das Boot übernehmen können. Gegen 13:00 Uhr werden wir am Müritz Hafen erwartet. Es ist 10:30 Uhr als wir Brandenburg verlassen vor uns liegen 180 km. 
Wir reisen mit dem Mobil an, denn nach der Hausboot-Woche werden wir noch weiterfahren – der Plan ist erst Greetsiel und dann nach Holland zu fahren.

Die Fahrt ist recht unspektakulär, das Wetter allerdings ist vielversprechend! Es wäre schön wenn es sich hält und wir auf unserer anstehenden Bootstour ein paar Tage Sonnenschein genießen könnten! Die Fahrräder haben wir dabei.

Müritzhafen

Es ist 12:30 Uhr, als wir am Müritzhafen in Rechlin eintreffen. Hier ist der Heimathafen unseres Hausboot-Vermieters Kuhnle-Tours.

Harald Kuhnle machte sich bereits 1981 während seines Maschinenbau-Studiums selbständig, indem er Jachtbesitzern zahlende Mitsegler vermittelte. Ein Jahr nach der Firmengründung vermittelte er Urlaubern Mietboote in Frankreich. 1990 kaufte er die ersten vier Boote, die er von Waren (Müritz) aus vermietete. Es folgte die Entwicklung des eigenen Kabinenkreuzers („Kormoran“) und 1997 die Gründung einer eigenen Werft. Kuhnle hatte wesentlichen Anteil an der Übernahme der bankrotten Werft in Rechlin an der Müritz, wo seit 1998 die Feriensiedlung „Hafendorf Müritz“, eine Marina mit etwa 350 Liegeplätzen und vielseitiger touristischer Infrastruktur, entsteht.*

Unser gemietetes Boot heißt Matisse, liegt irgendwo am Steg und wird noch vorbereitet. So haben wir noch etwas Zeit und können in Rechlin noch die letzten Einkäufe erledigen. Hier finden wir schnell einen Netto. Pünktlich 13:04 Uhr klingelt mein Telefon, am Apparat ist eine Mitarbeiterin von Kuhnle-Tours – das Boot ist bereit wir können ab sofort gern zur Übergabe kommen.

Kormoran 1140 „Matisse“

Nun – wir sind bereit und fahren umgehend in den Hafen. Matisse finden wir und können schon durchs Boot gehen und erste Eindrücke sammeln. Wir haben uns für einen Kormoran 1140 entschieden, dieses Schiff ist 11,40 m lang, 3,90 m breit und 2,90 m hoch. Der Tiefgang von Matisse ist 0,75 m. Zwei recht geräumige Kabinen, zu jeder gehört auch eine Dusche/Toilette, mit je 3 Betten warten auf uns, im großen Salon befindet sich eine Ecksitzgruppe und der Fahrerstand und ebenfalls viel Platz. In der Küche können 2 Personen stehen, Kühlschrank, Herd, Backofen – alles ist da. Auf dem Sonnenedeck befindet sich der 2. Fahrstand. Alles in allem ist es ein gut durchdachtes, schiffig-schönes Wasser-Wohn-Domizil.

Der Mitarbeiter von Kuhnle Tours zeigt uns nun die Funktion aller Geräte des Bootes (Bj.2001), erklärt uns den Kühlschrank den Gasherd und vor allem die Toilette! Etwas später kommen wir zum Fahrstand des Schiffes, der schon recht spannend ist!

Jeder Knopf wird von dem netten Mitarbeiter erklärt, dadurch findet man sich zurecht und schon bald starte ich mit ihm zu einer Probefahrt. Dabei wird generell das fahren mit diesem Schiff geübt. Vollgas, aufstoppen, wenden auf engstem Raum ohne Bugstrahlruder, das Benutzen der Bugstrahlruder und am Ende der Probefahrt steht rückwärts einparken auf dem Plan … hier können wir das Schiff beladen. Obwohl ich schon einige Erfahrung mit dem fahren eines Schlauchbootes habe, was das Verhalten von Booten auf dem Wasser anbetrifft, ist es schon sehr gewöhnungsbedürftig mit dem größeren Schiff zu manövrieren. Aber es klappt gut.

die Reisegruppe

Die Übergabe ist beendet und Wolfgang und Annegret kommen angereist. Wir haben uns bei der wunderbaren Reise nach China 2018 kennengelernt, halten seit dem Kontakt und treffen uns ein oder zwei Mal im Jahr und verbringen nun die kommende Woche zusammen.

Das Schiff ist beladen und bevor wir auslaufen trinken wir auf dem Sonnendeck Kaffee und essen Kuchen. Dabei können wir schön den Hafen beobachten …
… und es gibt ja auch noch sooo viel zu erzählen!

Gegen 16°° Uhr laufen wir aus. Der Dieselmotor startet und mit halber Kraft geht es durch die Hafenausfahrt. Am Ende des Kanals erwartet uns die

Müritz

Die Müritz (wohl von slawisch „kleines Meer“) ist ein See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt.*

Heute Abend wollen wir frei stehen und irgendwo ankern. Die Planung dieser Tour ist fast unmöglich, denn keiner kann einschätzen, wie schnell wir sind, wie weit wir kommen und welche Besonderheiten noch dazukommen … also fahren wir einfach los.

Im Grunde wird es eine Fahrt ins Blaue – blauer Himmel und blaues Wasser und kein Ziel 😊

Beim Studieren der Seekarte entdecken wir mitten in der Müritz Untiefen. Sie sind durch Bojen gekennzeichnet und wir können sie gut umfahren. In den Ferngläsern sieht man die Bojen gut und kann den Kurs gut planen.

Entschleunigt auf die Schnelle

Nun sind wir unterwegs und genießen die momentanen Eindrücke auf dem Wasser.

Deutlich merken alle, wie die Entschleunigung uns packt und nicht mehr loslässt.

Nun fahren wir auf der Ostseite der Müritz, an der das Ufer mit Steinen und Untiefen übersät ist. So fahren wir in den Reeckkanal und denken dort vor Anker gehen zu können. Das scheitert an der Wassertiefe und wir müssen weiter in Reecksee.

Hier finden wir eine Bucht – die kennen wir schon von unseren Schlauchboot-Touren – und nur ein Boot liegt hier vor Anker … Die Anker fallen gegen 19°° Uhr, liegen auf dem Grund und haben den Zugtest bestanden. Der Grill ist gezündet und die Kartoffeln werden vorbereitet – im Salon wir der Tisch gedeckt – Hunger haben wir alle!

Nach dem Essen sitzen wir zusammen und plötzlich fällt uns der Sternenhimmel auf, den man hier so deutlich sieht!!! Durch die Dunkelheit, die den See komplett einhüllt, sind die Sterne superdeutlich zu sehen. Lichtverschmutzung gibt es hier nicht …


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:



Sonntag, 10.10.2021

Die Nacht war völlig ruhig. Keine Geräusche waren zu vernehmen. So gut es die dünnen Matratzen zuließen, haben wir gut geschlafen. Um 7°° Uhr beginnt der Tag.

Zum Frühstück haben wir den Tisch auf der Terrasse gedeckt, es ist etwas frisch jedoch wollen wir uns dieses Naturschauspiel des erwachenden Tages nicht entgehen lassen!

Es gibt die Reste von gestern – es entsteht mit ein paar Eiern ein wunderbares

Bauernfrühstück

Das Bauernfrühstück entstand als Resteessen und ist ein einfaches Gericht auf der Grundlage von Bratkartoffeln und Fleischresten, die in einer Bratpfanne zusammen mit weiteren Zutaten vermischt und erhitzt werden. Gegen Ende des Garvorgangs werden verrührte Eier darüber gegeben, und das Gericht wird wie ein Omelett oder Rührei fertig gegart. Qualitätsmerkmal ist, im Unterschied zu herkömmlichen Omeletts, eine kräftige Farbgebung.*

Gegen 10:00 Uhr lichten wir die Anker und setzen unsere Reise fort. Ein gefühlt enger Kanal trennt uns noch vom Kölpinsee, wir passen aber gut durch und nun liegt unser Fokus auf blauem Himmel diesem wunderschönen blauen See.

Hier zeigt unser Tiefenmesser das erste Mal 30 m Wasser unter dem Kiel und eine steife Brise weht von OstNordOst. Sie lässt die Temperatur auf 5° sinken.

In der Sonne ist es jedoch gut auszuhalten und bei herrlich klarem Wetter kommen wir zur Halbinsel der Wisente,

Damerower Werder

Der Damerower Werder ist eine Halbinsel im Kölpinsee in der Mecklenburgischen Seenplatte. Er liegt im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Von Norden grenzt der Jabelsche See an. Auf der Halbinsel werden in zwei getrennten Anlagen, einem Freibereich mit 320 Hektar Wald und einer Schauanlage, zwischen 20 und 34 Wisente gehalten und gezüchtet.*

Mit den Ferngläsern versuchen wir wenigstens einen Wisent zu entdecken – es gelingt uns jedoch nicht. Nachdem wir die Halbinsel passiert haben, biegen wir in einen sehr engen, kleinen Kanal der mecklenburgischen Seenplatte ein, um auf den Jabelschen See zu fahren.

Der Jabelsche See ist maximal 3940 Meter lang und 1300 Meter breit. Die Kanalverbindung zum Kölpinsee ist maximal 1,5 Meter tief und auf beiden Seiten dicht bewaldet. Etwa in der Mitte des Sees befindet sich eine Untiefe von weniger als einem Meter Wassertiefe, die durch Tonnen gekennzeichnet ist. An anderen Stellen ist der See bis zu 15 Metern tief. Er ist ein typischer langgestreckter glazialer Rinnensee mit einem ausgeprägten Zentralbecken.*

In einem Reisebericht habe ich gelesen, dass dieser sie sehr ruhig ist und wir haben den Gedanken, hier Kaffee zu trinken und noch ein Stück Kuchen zu essen. Dieser Plan geht hervorragend auf! Windstill ist es, dadurch kann die Sonne ihre letzte Kraft im Herbst entfalten. Der Anker rauscht hinab und in 4,50 m Tiefe kommt ihr auf Grund. Jetzt noch etwas Kette laufen lassen, kurz rückwärts anziehen und wir liegen sicher!

Kaffee!

Schnell ist der Kaffeetisch gedeckt das Wasser kocht ihr schon, denn während der Fahrt gibt es 220V allerhöchstens um ein Handy zu laden. Eine Kaffeemaschine ist nicht an Bord. In aller Ruhe können wir den Apfelkuchen auf dem Oberdeck essen und die Zeit genießen.

Gegen 13:00 Uhr verlassen wir den Jabelschen See durch den kleinen Kanal und fahren auf dem Fleesensee Richtung Malchow. Ob wir in Malchow einen Liegeplatz bekommen, wissen wir noch nicht – wir werden es einfach versuchen! In der Karte ist eine Marina eingezeichnet, die werden wir anfahren.

Mitten in Malchow gibt es einen kleinen Stau, wir stehen vor einer Drehbrücke.

Die Drehbrücke im mecklenburgischen Malchow verbindet die in Insellage im Malchower See befindliche Altstadt mit den Stadtteilen am westlichen Ufer des Gewässers. Als einziges Wasserbauwerk in Mecklenburg-Vorpommern wird die Drehbrücke von einer Kommune betrieben und unterhalten. Die Drehbrücke ist außerdem ein eingetragenes technisches Denkmal.*

Da sie nur stündlich öffnet – also dreht – haben wir jetzt 20 Minuten Aufenthalt. Hier muss das Boot ruhig gehalten werden und im leichten Wind ist es gar nicht so einfach – permanent muss das Bugstrahlruder arbeiten und mit der Maschine die vor und Rückwärtsbewegung des Bootes abgefangen werden. Endlich öffnet die Brücke und wir fahren durch den freigewordenen Kanal.

Direkt hinter der Drehbrücke biegen wir scharf rechts ein und bleiben heute Nacht im Stadthafen von Malchow.

Das rückwärts Einparken ist mit Ruhe und Gelassenheit gut zu meistern, aber es ist auch sehr eng. Als wir eingeparkt sind, fährt der Nachbar raus – ein Missverständnis 🙂


Nach dem Festmachen besuchen wir den Hafenmeister, der ist wirklich gut drauf, hat auch den ein oder anderen Tipp für uns. Dann schließen wir den Strom an und ziehen uns um.

Malchow

Malchow ist eine Kleinstadt im Süden von Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Deutschland). Seit 2005 trägt sie den Titel Luftkurort und seit 2011 den offiziellen Namenszusatz „Inselstadt“.*

Bald schon verlassen wir das Schiff und sehen uns im Ort um. Zuerst gibt es aber ein sehr leckeres Fischbrötchen. Gleich an der Drehbrücke schmeckt es richtig lecker!

Wir finden durch Zufall ein griechisches Restaurant, bei dem wir für heute Abend einen Tisch bestellen. Diese Entscheidung soll sich noch als äußerst vortrefflich erweisen!

Wir gehen vorerst noch etwas durch die Stadt und suchen u.a. einen Bäcker, um morgen früh Brötchen zu kaufen … finden aber keinen. 🤔

Ein paar kleine Läden hat Malchow zwar zu bieten (die Mädels waren in allen drin, glaube ich), doch im Großen und Ganzen ist es ein recht ruhiger, fast verlassener Ort. Der Leerstand an Laden lokalen und Wohnungen ist sehr auffällig. So kommen wir noch einmal zum Schiff.

Endlich ist es 19:00 Uhr, wir sind schon langsam hungrig und gehen etwa 10 Minuten zu Fuß zu unserem gemieteten Tisch im Restaurant: „Der Grieche am See“

Was wir hier an kulinarischen Köstlichkeiten erleben dürfen ist unvorstellbar! Schnell sind wir uns einig: solchen guten und leckeren Griechen kennen wir bisher nicht! Es ist wirklich ein Genuss hier zu sitzen und zu essen! So bleiben wir bis der Laden schließt und machen uns dann auf dem Weg in den Stadthafen.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:



Montag, 11.10.2021

ein kühler Oktobermorgen

Heute Morgen können wir im Stadthafen duschen gehen, danach sind wir unterwegs und suchen einen Discounter, denn ein Bäcker ist in der Nähe nicht zu finden. Irgendwann landen wir bei Edeka, kaufen noch ein paar Dinge ein und als wir unsere kleine Matisse wieder erreichen, schafft es die Wolken die Sonne durch die Wolken zu dringen und die Hälfte unseres Frühstücks (auf dem Sonnendeck!) Verbringen wir im Sonnenschein! Es sind immer noch 8 °C aber hier im Hafen, etwas Wind geschützt und mit leichter Sonne kann man es gut aushalten.

Nach dem Frühstück treffen wir noch ein paar Vorbereitungen, räumen etwas auf und verlassen gegen 11:30 Uhr den Hafen. Unsere Strecke heute ist nicht mehr sehr weit. Das Ziel wäre Plau am See. Es wird sich noch ändern – mal sehen, wann 😉

der Wendepunkt unserer Reise

Von Malchow zum Petersdorfer See fahren wir auf dem naturbelassenen Fluss, der sich ein wenig schlängelt. Es macht Spaß hier entlang zu fahren und das Ufer zu beobachten.

13:34 Uhr – auf dem Petersdorfer See – wir trinken gerade in wunderschöner Umgebung Kaffe auf dem Sonnendeck, haben wir auch den Wendepunkt unserer Reise erreicht.

Gemeinsam entschließen wir uns zu wenden und zurück in Richtung Waren zu fahren.

In weniger als 1 Stunde haben wir bei Höchstleistung unseres Schiffes die Drehbrücke erreicht. Die Wartezeit vor der Drehbrücke verkürzen wir durch ein kleines Spiel. Als die Drehbrücke öffnet (15:00 Uhr) durchqueren wir die enge Brückendurchfahrt und beginnen abseits des Ortes Ausschau nach einem Ankerplatz für die Nacht. Leider finden wir nichts und entschließen uns, den bekannten Jabelsee anzulaufen.

Den Fleesensee überqueren wir auf der recht engen Fahrstraße und erreichen den Göhrener Kanal. Durch ihn kommen wir in den Kölpinsee.

Es ist schon ein kleines Phänomen: von hinten holt uns eine Schlechtwetterfront ein, während uns der See voraus leuchtend blau empfängt.

Auf dem Kölpinsee biegen wir scharf links ab, um die schmale Einfahrt zum Jabelsee zu erwischen. Kaum sind wir auf dem See angekommen beginnt es ein wenig zu tröpfeln. Schnell werden aus diesen vereinzelten Nieseltropfen starke Regenböen.

Während des Regens fallen nicht nur die Tropfen, sondern auch die Anker und wir haben damit unseren Platz für die Nacht erreicht.

Schon nach 1 Stunde ist der Regen vorüber gezogen und die Abendbrotvorbereitungen auf unserem Schiff laufen auf vollen Touren! Wir werden heute grillen und die Nudeln kochen schon im Wasser. Sie werden später als Spaghetti Aglio präsentiert!

… wieder Sterne am Himmel …

Auch heute Nacht bestaunen wir fasziniert die Sterne – immernoch total begeistert!

Den Abend verbringen wir mit Gesellschaftsspielen, haben dabei viel Freude und trinken natürlich die ein oder andere Kleinigkeit!

Da es etwas windig ist, schabt hin und wieder die Ankerkette am Rumpf und diese, sonst fast nicht wahrnehmbaren, Geräusche heben sich sehr deutlich von der sonst vorherrschenden Stille ab. Wir schlafen trotzdem super!


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:



Dienstag, 12.10.2021

Die Dusche am Morgen auf dem Heck des Bootes ist erfrischend und kann gerne einen Teil der morgendlichen Routine an Bord werden. Wenn man die Badeplattform betritt ist es anfangs sehr kalt (7°C Lufttemperatur), doch während des Duschens empfindet man die Kälte nicht mehr – zum schwimmen war es mir zu kalt bei 11°C Wassertemperatur 🥶

Im Salon decken wir den Frühstückstisch, während dessen vertreibt die Sonne den tiefhängenden Nebel. Schon beim Frühstück kämpft sich die Sonne durch und hin und wieder scheint sie auch auf den Frühstückstisch!

Dann startet der Schiffsdiesel und tuckert vor dich hin. Die Anker holen wir ein, der Gashebel auf Fahrtstellung bewegt, dann setzt sich die Matisse langsam in Bewegung. 

Die enge Passage zum Kölpinsee ist uns mittlerweile vertraut und ohne Probleme konnen wir sie durchfahren. Wir durchfahren den Kölpinsee und erreichen den Reeckkanal.

Wir werfen den Anker am Rande des Reecksees– hier haben wir schon die erste Nacht verbracht – und bereiten unser Mittagessen vor. Zu den (Reste)Nudeln gibt es heute geräucherten Seelachs und Rotbarsch. Die Kombination ist nicht so üblich, schmeckt aber hervorragend!

still ruht der See

Nach dem Mittagessen machen wir eine kleine Pause – es herrscht Ruhe im Schiff!

14:00 Uhr, die Ankerwinde rasselt laut durch die Stille der Bucht. Die Schraube beginnt sich zu drehen und wir setzen unsere Fahrt fort. Unser Ziel heute wird schon bald zu sehen sein: Waren an der Müritz

Waren (Müritz) ist mit über 21.000 Einwohnern eine Mittelstadt und ein Kurort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren, dem zwölf Gemeinden angehören, die Stadt selbst ist amtsfrei. Waren ist eines der 18 Mittelzentren, hinsichtlich der Bevölkerung die achtgrößte und der Fläche nach die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.*

Über die Binnenmüritz fahren wir eine ganze Weile bis wir den Stadthafen von Waren erreichen. Glücklicherweise finden wir sofort eine freie Box, in die wir ohne Probleme einparken können. Im Hafen ist es ruhig, wir schließen den Strom an und machen unser Schiff ordnungsgemäß fest.

Wir suchen den netten, umsichtigen Hafenmeister auf, bezahlen unseren Obolus für 4 Personen, einem Schiff (11,40m Länge) und einer Nacht. ca.33,- € wird uns der Aufenthalt hier kosten, incl. Duschkosten.

Bald gehen wir in den Ort und als wir an einem asiatischen Restaurant vorbeikommen, kommen wir nicht umhin, einen Tisch für heute Abend zu bestellen – immerhin lernten wir uns auf einer China-Reise kennen! In einer Bäckerei gibt es erst einmal Kaffee und Kuchen. Die Frauen stellen natürlich schnell fest, das Waren mehrere Läden hat, in die man natürlich hinein sehen muss … natürlich möglichst in alle 🙄!

Abendbrot

Erstaunlicherweise schaffen wir es vor dem Essen noch einmal zum Boot zurückzukehren, um vom Schiff zum Restaurant zu starten.

Das Abendbrot – freie Auswahl am Buffet – ist lecker und wir können einen weiteren schönen Abend zusammen verbringen.

Als es zu Matisse zurückgeht, setzen wir uns in den Salon und unterhalten uns noch ein wenig bei einem Glas Wein – und spielen 😉.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:



Mittwoch, 13.10.2021


Die Frauen sind heute morgen unterwegs,
um Brötchen zu holen …
es dauert auffällig lange – sie werden doch nicht
etwa noch in andere Läden 🤔
… egal, als sie mit den Brötchen zurück sind,
ist der Tisch gedeckt und wir frühstücken im Salon.

Was haben wir für eine Zeit hier in Waren! Die hervorragenden sanitären Anlagen dieses Hafens gefallen uns sehr gut. Gerne nutzen wir sie und duschen ausgiebig! Nachdem wir beratschlagt haben, wohin unsere weitere Route geht und welches Ziel heute auf dem Plan steht, fällt die Entscheidung auf Röbel. Hier können wir auch einen Ankerplatz suchen.

11:30 Uhr, der Motor wird gestartet und wir verlassen unseren Liegeplatz. Da wir auf unserem Schiff keine Anzeige haben, wie voll der Abwasser-/Fäkalientank ist, entschließen wir uns diesen Tank abpumpen zu lassen. Dazu fahren wir an die Ver- und Entsorgungsstation an der Einfahrt des Hafens und für 15,- € werden 300 l Schwarzwasser abgepumpt.

Bei schönstem Wetter laufen wir aus und verlassen den Stadthafen Waren.

Unsere Fahrt geht nun auf der Müritz voran. Hin und wieder ist der Wind recht frisch und weht in Böen aus Südost. Leichte Wellen lasse Matisse immer wieder heben und senken, doch daran haben wir uns längst gewöhnt.

Vor der Einfahrt in die lange Bucht fahren wir aus der Fahrrinne und ankern auf der Müritz. Es gibt Kaffee und Kuchen – wir sitzen in der Sonne und sind einfach zufrieden.

Es geht weiter, der Anker arretiert gerade in deiner Halterung, da hat Matisse schon Fahrt aufgenommen und der Bug schwenkt in die langgezogene Bucht – es geht nach

Röbel

Röbel/Müritz ist eine Kleinstadt im Südwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern am Westufer der Müritz. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Röbel-Müritz, dem weitere 18 Gemeinden angehören. Röbel bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum und ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.*

Die Einfahrt ist eine Augenweide. Die vielen Bootsgaragen am Ufer und der Anblick des Ortes lassen eine schöne Stimmung aufkommen.

Der Steg ist in Sicht und beim Anlegen spielt der Wind seinen Trumpf aus und lässt eine starke Boe gegen die Breitseite blasen, dass das Bugstrahlruder nicht Gegenhalten kann. Ich gebe Vollgas, um aus dem Anleger zu kommen und eine neue Anfahrt ist erfolgreicher.

3,- € kostet es, wenn Matisse hier 2 Stunden verweilen will. Es gibt einige Buden am Hafen. Als wir in den Ort gehen, hat der eine ein Eis, der andere ein Fischbrötchen in der Hand. Schnell kommen wir zum Stadtpark, einem Bürgergarten am Haus des Gastes.

eine leere Mühle

Dann sehen wir uns die Windmühle an, an der gerade eine Kunst-Ausstellung stattfindet. Die Windmühle ist nur noch von außen schön anzusehen – innen gibt es nichts mehr. Kein Mahlwerk oder die anderen, fachmännisch in hoher Präzision gefertigten Zahnräder, Wellen usw.

Am Hafen zurück unterhalten wir uns noch einen Schlag mit dem Hafenmeister und legen dann ab. Der Plan, in einem der beiden kleinen Seen hier bei Röbel zu ankern und die Nacht zu verbringen scheitert an der Wassertiefe. Schon im ersten See zeigt der Tiefenmesser 0,1 an – 10 cm Wasser unter dem Kiel in 0,75m tiefe … das ist knapp. Wir drehen um, verlassen Röbel und versuchen es an einer anderen Stelle. Die finden wir auch schnell, denn da hier Vogelschutzgebiet ist, gibt die Karte genau vor, wo nicht geankert werden darf, oder wo sogar das befahren verboten ist.

In der einzigen erlaubten Bucht übt gerade eine Segelschule den Umgang mit den kleinen Optima-Booten. Die Jugend ist auf dem Wasser. Wir lassen den Anker hinab, stehen neben der Fahrrinne, doch der Anker findet keinen Halt. Nach etwa 5 Minuten treiben wir ab … also: den Anker einholen und die Jugend-Segelgruppe umfahren, um weiter in die Bucht zu kommen und dabei auch die Übungen nicht zu stören …

Der Tiefenmesser zeigte gerade noch 0,9 an, voller Rudereinschlag nach Backbord, um in die Bucht zu kommen – dann AK voraus, dass das Heck dreht. Eine starke Windböe drückt uns in Richtung Land. Um das zu verhindern lasse ich das Bugstrahlruder gegenhalten, doch der Tiefenmesser brüllt förmlich 0,00.

Die nächste Windböe ist zu kräftig, vielleicht war auch das Ruder falsch eingeschlagen, eventuell war sogar Vollgas die falsche Entscheidung – Fakt ist:

wir sind auf Grund gelaufen

Der Tiefenmesser zeigt nur noch „- – -“ an, und Matisse reagiert weder auf Bugstrahlruder noch auf die Kraft der Schraube. Auch die leichten Bewegungen auf den Wellen haben aufgehört, wir sitzen fest.

Was für ein Schock!

Jetzt macht sich eine merkwürdige Kombination nachteilig bemerkbar: wir können entweder die Bugstrahlruder betätigen, oder die Hauptmaschine. Beides zusammen funktioniert nicht. Haben wir also das Boot etwas in Bewegung bekommen, indem wir die Bugstrahlruder rechts oder links ansteuern, können wir nicht gleichzeitig Vortrieb geben.
Eine verzwickte Situation! … und der Wind drückt …
Kurz entschlossen bin ich in etwa hüfttiefe Wasser gestiegen, um die Richtung des Bootes zu halten, wenn die Bugstrahlruder nicht mehr arbeiten konnten und der Vortrieb einsetzt.

Ich bin jedoch völlig machtlos – während man im Hafen unser Schiff recht einfach bewegen kann, geht hier gerade gar nichts! Glücklicherweise kommen die Trainer der Segelschule mit ihren Schlauchbooten (40 und 60 PS Motoren) um uns zu helfen. Sie werfen mir ihre Seile zu und ich mache sie an unserem Bug fest, Wolfgang hat den Steuerstand übernommen, und abwechselnd ziehen Sie uns nach rechts oder links, während unsere Maschine unter Volllast schiebt.

Immer größer wird der Winkel des Bugs durch das hin und her. Nach insgesamt 2 Stunden ist der Albtraum beendet. Matisse schwimmt wieder und mit langsamer Fahrt voraus steuern wir zu einer tieferen Stille der ausgewählten Bucht.

wieder frei!

Bei 7,50 m Wasser unter dem Kiel fällt der Anker auf den Grund. Auch am Heck befestigen wir einen Anker – hier bleiben wir, Anspannung hatten wir genug – jetzt fällt sie langsam ab! Auch das duschen auf der Badeplattform hilft beim abschalten.

Na da haben wir ja genug zu erzählen heute Abend – bereiten schon einmal das Abendbrot vor und sitzen später im Salon, trinken etwas und ja – Gesellschaftsspiele sind wieder angesagt, denn wir leben diese Woche ohne Radio und Fernsehen!

Zum Abend wird es windig und wir drehen uns trotz der zwei Anker recht stark.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:



Dienstag, 14.10.2021

Heute Morgen ist es besonders frisch und auch die Wolken hängen besonders tief. Mal sehen, wie es noch wird. Wir können uns nicht beklagen, denn das Wetter war ja bisher für den Oktober wirklich wunderbar!

Ein paar Meter müssen wir unsere Position korrigieren, denn wir sind über Nacht etwas abgerutscht und stehen schon zur Hälfte im Vogelschutzgebiet. Zum Frühstück fahren wir wieder in die Mitte der Bucht und ankern erneut – nicht, das es noch Ärger gibt, denn im Moment sind so viele Kraniche hier und sie fliegen permanent an uns vorbei.

Bald nach dem Frühstück blubbert wieder unser Schiffsdiesel und treibt Matisse auf die Müritz. Generalkurs ist heute Süd, denn wir wollen noch die „Kleine Müritz“ ansehen, bevor wir heute Abend den Heimathafen anlaufen.

Die Kleine Müritz ist die südliche Bucht der Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Kleine Müritz ist relativ flach, Wasserfahrzeuge können nur im Fahrwasser verkehren. In der Kleinen Müritz befindet sich die Insel Burgwall.*

Mit halber Kraft laufen wir über die Müritz und ich steuere das Boot von innen. Auf dem Sonnendeck möchte sich keiner aufhalten, denn der Wind ist kalt und hin und wieder regnerisch.

von groß nach klein

Die Durchfahrt zur Kleinen Müritz ist breit und unspektakulär. Etwa in der Mitte der „Kleinen Müritz“ befindet sich eine kleine Insel. Wir umfahren sie fast und gehen dann vor der Insel vor Anker. Hier gibt es natürlich ein paar Reste zum Mittag, danach chillen wir etwas.

Chillen (engl.: kühlenabkühlen; im amerikanischen Slang auch: sich beruhigensich entspannenrumhängenabhängen) ist ein aus dem englischen Sprachgebrauch übernommener Begriff.*

Hier ist ein Wasserstreckenknotenpunkt. Keine Minute vergeht, ohne das ein Schiff vorbeikommt. Gegen 16:30 Uhr trinken wir Kaffee und verlassen wir unseren Liegeplatz.

Zum Heimathafen ist es noch ein kleines Stück und unveränderlich wird es gegen 19:00 Uhr dunkel. Gern möchten wir den Hafen im Hellen erreichen.

Ein bisschen Wehmut macht sich breit, als wir den Hafen anlaufen, denn das Ende unserer Reise ist erreicht. Morgen früh, ab 8:00 Uhr können – oder müssen – wir Matisse zurückgeben. Letztmalig wird die 11,40 m lange Matisse von mir mit dem Heck an die Hafenmauer geparkt und von Wolfgang ordentlich festgemacht, so können wir morgen bequemer unsere Sachen entladen.

Am letzten Abend an Bord haben wir noch ein interessantes Abendbrot.
Es heißt: alle Reste auf den Tisch und jeder esse, was er kann 😊

Danach spielen wir noch einmal unsere 3 Lieblingsspiele und verbringen einen schönen Abend im Hafenbecken. Immer wieder kommen Boote eingelaufen und parken ein.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:


FAZIT:
Das war eine wunderbare Woche. Auf einem Hausboot kann man wunderbar den alltäglichen Streß vergessen und herunterfahren. Das klappt auch mit dem Reisemobil, doch als spielte die Zeit keine Rolle bewegt man sich auf dem Wasser. Sogar das Boot zeigt deutlich: eine schnelle Bewegung (z.B. am Ruder) führt zu keiner schnellen Reaktion – das verinnerlicht man 😊 und das tut gut.
Wir haben uns während dieser Zeit sehr wohl gefühlt, allen Medienkonsum minimiert und die Zeit mit Gesprächen und spielen genutzt … einfach herrlich!

* Wikipedia

die Fotos und Videos dieser Seite entstanden mit dem iPhone 13 Pro MAX,
die Drohnenvideos stammen von der Parrot Bebob 2

2 Antworten auf „Hausboot auf der Müritz“

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