Norwegen, Natur pur


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… mit dem Wohnmobil in Norwegen, der Süden


Mittwoch, 27.07.2022, 20. Tag

Die Nacht bot keine weiteren Wetterkapriolen. Als ich morgens aus dem Mobil sehe, weiß ich was Meteorologen mit Wetterfront meinen. Mal sehen, ob wir auf der besseren Seite des Wetters bleiben.


Unser heutiges Ziel hat Kerstin vorgestern am Campingplatz in Finnland in einem Reiseführer entdeckt. Es gibt an der Küste tatsächlich einen Berg, der ein Loch hat …
Das ist der Grund, weshalb wir uns heute eine 340 Km Tour vorgenommen haben.

Überwiegend sind wir auf der E6 unterwegs. Sie präsentiert sich heute wieder sehr Abwechslungsreich. Mit 80 oder 90 Km/h – je nachdem was auf den Schildern steht – geht es gut voran. Zu schnell wollen wir auf keinen Fall fahren, denn die Strafen dafür sind enorm …

Ver- und Entsorgung

Als wir gerade Mo i Rana verlassen kommen wir zu einer Ver- und Entsorgungsstation direkt an der E6 bei Langneset. Hier fahren wir gleich einmal ran.


Zurück auf der E6 geht es Norwegentypisch voran. Oft fährt man an irgendeinem Fjord entlang, natürlich kommt man immer wieder durch kürzere oder längere Tunnel und immer wieder kann sich das Auge an Bergen oder felsigen Gebirgen sattsehen.


Diese ganze Fahrerei bringt nicht nur beeindruckende Aussichten und fantastische Eindrücke, sie leert auch den Tank. So kommen wir immer wieder zu den teuren Abschnitten der Strecke …


Leider bleibt es nicht bei den Treibstoffkosten auf dieser Reise. Immer wieder fallen sie uns auf. Immer öfter sind Mautstationen auf der E6 installiert. Die Abrechnung kommt später nach Hause – die Kosten kannst du am Ende des Berichtes erfahren …
(oder, wenn sie uns zugesendet wurden)


Wir verlassen jatzt die E6 und biegen auf die 76 ab. Meine Güte – hier setzt Norwegen tatsächlich noch einmal einen drauf! Die Natur erschlägt einen fast mit ihrer Ursprünglichkeit. Trotz eines Regenschauers sitzen wir fasziniert in der ersten Reihe 😳

Torghatten Camping & Beach Restaurant AS

Webseite, googlemaps, meine Bewertung


Na klar bekommen wir einen schönen Platz fast vorn – wir kommen ja recht pünktlich an 😉
Ganz vorn sind die Plätze so unerhört teuer, das wir auf 20m weiter vorn zu stehen verzichten können. Gerade ist Mittagszeit. Anfangs dachte ich, der Berg mit dem Loch macht mich nervös, doch dieses Magengefühl ist einfach nur Hunger …


Nach dem Mittag ist erst einmal ein bisschen Pause angesagt. Lesen, fernsehen, vor dem Mobil die Ruhe genießen oder den Reisebericht schreiben – was man eben so gern macht.

Irgendwann machen wir einen Spaziergang und sehen uns erst einmal den Platz und die Umgebung an. Zum Berg gehen wir erst morgen, wir haben uns entschieden 2 Nächte hier stehen zu bleiben. So können wir ruhig bleiben und echt entspannen.


Vom Platz ist es gar nicht weit bis zum Wanderweg zum Torghatten. Wir finden ihn schnell, er geht von einem Parkplatz vor dem Campingplatz direkt in den Wald … so gehen wir vorbei, denn heute ist es noch nicht so weit.

Sobald man den Weg verlassen will, wird es morastig und schnell bekommt man nasse Füße auf dem Grasboden. Ein paar sehr schöne Ferienhäuser finden wir noch, sonst ist hier einfach nichts … dann kommen wir zum Platz zurück.

der Abend und Hunger – das müssen Freunde sein

Zum Abendbrot haben wir heute noch einmal selbstgefangenen Fisch. 👍🏻
Dazu haben wir uns für geröstetes Brot und rote Beete entschieden … was geöffnet ist, muss verbraucht werden. 😉


Am gesamten Nachmittag war das Wetter schon wechselhaft und hin und wieder nieselt es etwas, doch jetzt am Abend wird es schnell kalt. So bleiben wir im Mobil und sehen hinaus.


Es ist 23°° Uhr, als ich die Bilder aufnehme und du siehst, es dämmert schon etwas.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 340 Kilometer, Fahrzeit ca. 4,8 Stunden


Donnerstag, 28.07.2022, 21. Tag

Was haben wir gut geschlafen. Obwohl der Platz zum Abend noch recht gut besucht wurde und wir nach und nach mehr Nachbarn bekommen haben, bleibt es angenehm ruhig.
Frühstück gibt es im Mobil, denn das Wetter ist noch nicht so prickelnd heute.


Danach gehen wir los. Zum Parkplatz vor dem Campingplatz kommen wir schnell und biegen in den ausgeschilderten Weg ein. An seinem Ende erwartet uns

der Torghatten

Torghatten ist ein Berg in der Nähe von Brønnøysund in Norwegen mit einer besonderen geologischen Form. In seiner Mitte hat er ein etwa 35 Meter hohes und rund 160 Meter langes Loch. Entstanden ist es vermutlich durch Ausspülungen der Meeresbrandung während der immer noch andauernden postglazialen Landhebung nach Abschmelzen der Gletscher aus der letzten Kaltzeit.*

Dieser Weg hat es in sich. Er ändert sich ständig … und ich meine keine Kurven …
es wird immer steiler, am Ende klettern wir förmlich auf den Berg.


Wer hoch klettert, hat irgendwann eine gute Aussicht und darüber freuen wir uns, wenn wir eine kleine Pause zur Erholung machen.

das Loch

Nach etwa einer halben Stunde stehen wir dann vor dem Loch im Felsen und ich bin echt überrascht, wie groß es ist. … wie kleine die Menschen am anderen Ende sind 😉

Eine Holztreppe ermöglicht den Besuchern das hinabsteigen und durchqueren des Lochs. Immer wieder geht mein Blick nach oben – es ist gewaltig! Da stehst du vor dieser riesigen Felswand, an der ein wenig Wasser hinunterläuft und denkst mal so kurz, wie lange diese Felsen hier schon sind …

Dann gehen wir „in“ den Berg. Am Ende der Treppe – hier ist überwiegend loses Gestein auf dem Boden – wägt man jeden Schritt ab. Immer wieder schweift der Blick an die Decke des Lochs. Am anderen Ende wird man von der wunderbaren Aussicht förmlich überwältigt.


Hier gelang Kerstin die seltene Aufnahme von der Entstehung eines Fotos.

Auf dem Rückweg hat man das Gefühl in den Himmel zu steigen …


Die Sage des Torghatten:

Um das Loch in dem Berg rankt sich eine Sage: Der ungehorsame Sohn des Trollkönigs VågekallenHestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige Trollkönig Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht.

Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen: Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hatte.*

Erneut durchqueren wird den Berg. Es ist beeindruckend und wieder kann man am Ende weit über das Land sehen.

Vorwärts, vorwärts – es geht zurück!

Der Weg hinunter – es ist der gleiche, wie hoch – ist nicht einfacher geworden. Er erinnert mehr an einen Bach, als an ein Weg, doch das hat ja auch etwas … und wenn es nur der Hauch von Abenteuer und Freiheit ist 😉


Wir erreichen unser Mobil und die Möwe beim Nachbarn auf dem Grill gefällt mir irgendwie!
Für uns ist jetzt eine kleine Pause angesagt und die Tasse Kaffee mit Gebäck tut jetzt gut.


Bei dieser Gelegenheit sehe ich mal nach den Fähren und bin sehr erstaunt 😳

die Fähre für die Rückreise

Wir brauchen eine Fähre für Freitag oder Samstag in einer Woche. So sehe ich nach unserer bewährten StenaLine Verbindung Trelleborg-Rostock. Donnerstag Nachmittag bis Samstag Nachmittag kann ich keine Fähre mehr bekommen. Ausgebucht! Am Samstag Nachmittag könnte ich für 382,-€ eine Fährfahrt bekommen … (normal sind 130,-€)
So sehe ich mich auf der StenaLine-App weiter um und finde eine Überfahrt von Göteborg nach Frederikshavn. Schnell nutze diese Verbindung und buche.

Nach unserer Kaffeepause möchten wir uns den Felsen von der anderen Seite ansehen. Einen Weg dafür haben wir längst gefunden und jetzt geht es los. Immer am Wasser entlang geht es gut voran und bald kann man auch von hier das Loch deutlich sehen.


Wir kommen zu einem Bauernhof. Ob er noch so genutzt wird, oder mittlerweile Ferienwohnungen hier untergebracht sind ist nicht zu erkennen. Ruhig und idyllisch ist es auf jeden Fall …

Jetzt sind wir auf der westliche Seite des Berges und auf dieser Seite ist der Aufstieg zum Loch ebenfalls möglich, aber deutlich steiler als unser Weg heute morgen. Da bleiben wir lieber an der Küste und gehen hier noch ein Stück am Wasser entlang, drehen irgendwann um und kommen an den Platz zurück.

Ich laufe gleich noch einmal zu dieser Stelle, um von der westlichen Seite mit der Drohne am Berg hinauf zum Loch zu fliegen. Kerstin bereitet das Abendbrot vor.

Da fehlte mir der Mut durch das Loch zu fliegen. Die Unwägbarkeiten abwägend und der eventl. Aufstieg bei einem Crash waren mir nichts …
Allerdings lasse ich die Drohne gern noch einmal um den Platz kreisen, als ich dorthin zurückkomme.

Abendbrot

Kerstin hat ein wunderbares Mal bereitet. Heute mundet uns Köttbullar mit Pellkartoffeln, rote Beete und vor allem: selbst gemachtem Tzatziki.


Vor dem Mobil trinken wir noch ein Glas Wein und als die Sonne untergeht und es kalt wird, geht es hinein. Morgen fahren wir weiter – Generalkurs: Süd



Freitag, 29.07.2022, 22. Tag

Wie schon so oft auf unserer Tour starten wir früh am Morgen. Es ist 7:30 Uhr als wir den Platz verlassen. Auf der Landstraße 17, die längst nicht so stark befahren ist wie dir E6 kommen wir gut voran und können noch einmal zum Torghatten sehen. Ich versuche ihn als Hut zu erkennen, wie die Sage es beschreibt … es fällt mir schwer.


Da wir früh am Morgen oft allein unterwegs sind, ist es wahrlich idyllisch durch Norwegen zu fahren und bei so schönem Wetter habe ich mich entschieden die Kamera zu montieren. Du kannst dir gerne unsere heutige Tour ansehen, ich habe sie bei YouTube hochgeladen.

Natürlich sehen wir links und rechts nach Tieren, vielleicht sehen wir ja auch noch einmal einen Elch? Plötzlich bewegt sich etwas im Feld! Ein vertrautes Bild – es sind Rehe …

Da – wieder Elche!!

Es soll aber nicht mehr lange dauern, plötzlich überquert tatsächlich eine Elchkuh die Straße und geht langsam zum Waldrand. (im Video ca. 58. Minute) Wir stoppen und sehen diesem fantastischen Tier lange nach …


Beeindruckt fahren wir weiter und erreichen die Fähre Vennesund – Holm. Was haben wir für ein Glück! Gerade stelle ich den Motor ab und gehe zum Anleger, da läuft zeitgleich die Fähre ein!


Fast am Ende fahren auch wir auf die Fähre und sie legt ab. Was die Überfahrt kostet werden wir erst erfahren, wenn wir zu Hause einen Brief bekommen. Das Kennzeichen ist fotografiert.


Wir legen in Holm an, verlassen die Fähre und wollen jetzt aber langsam frühstücken! Das Wetter ist wunderbar und auf dem Navi sieht man, wie wie die Straße dem Fjord immer näher kommt – vielleicht findet sich dort eine Möglichkeit stehen zu bleiben.

Siehe da! Die Chance ergibt sich schnell. (Video) Bremsen, Blinker raus, auf die Parkfläche abgebogen, Stühle auf die Steine gebracht und idyllisch gefrühstückt!

Frühstück direkt am Wasser


Es ist so herrlich hier, ich kann es nicht lassen auch hier die Drohne kurz kreisen zu lassen. Für uns ist eine Erinnerung – für dich hoffentlich auch oder ein schöner Anblick von der Umgebung dieses schönen Landes.

Nach diesem herrlichen Frühstück bleiben wir hier direkt am Wasser noch ein bisschen sitzen und genießen die Sonne, die Gegend und den Tag und fahren auf der 17 weiter. Es ist eine wunderschöne Landstraße und ich persönlich würde jedem empfehlen, der in Norwegen unterwegs ist, hier einmal entlang zu fahren.


Gern kannst du dir einen Eindruck von unserer Tour machen – die Landstraßen Norwegens:

Irgendwann verlassen wir die Landstraße und sind auf einer Schotterpiste zu unserem heutigen Ziel unterwegs, es geht zum

Selnes Camping

Webseite, googlemaps, meine Bewertung


Wir müssen noch eine ganze Weile durch den Wald fahren, der Weg wird langsam enger und plötzlich sind wir da. Es ist 13:30 Uhr.


Nach einem Blick aufs Nummernschild werden wir auf deutsch begrüßt und gleich in ein nettes Gespräch verwickelt. Die Betreiber des Platzes sind deutsche Auswanderer. Für 2 Nächte buchen wir und können sofort klären, das wir heute noch ein Boot mieten möchten. Wir nehmen ein 18 Fuß Boot für den heutigen Tag, denn die Idee einer Sightseeingtour gefällt uns und wir nehmen natürlich auch die Angel mit.


Das Boot ist mit einem Navi (mit Fischfinder) ausgestattet, das der Betreiber mit uns gemeinsam programmiert. So finden wir wieder zurück! Ihre Tour-Empfehlung ist wunderbar. So kommen wir zu einer Brücke und fahren darunter durch 😉

Schwimmwestenpflicht in Norwegen!

Seit dem 1. Mai 2015 ist es für norwegische Küstengewässer gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Insassen von Freizeitbooten bis acht Meter Länge eine Schwimmweste/-hilfe tragen. Alle Passagiere die keine Schwimmweste tragen und erwischt werden, müssen mit einer Geldstrafe rechnen! Quelle

Unterwegs nähern wir uns der ersten Angelstelle, die uns empfohlen wurde. In dieser Gasse können wir es probieren, sagte unser Bootsvermieter. Die Erfolgsaussichten sind hier hoch.


Zack, da hängt tatsächlich der erste Fisch am Haken. Es ist ein Seelachs. Er bleibt in dieser Engstelle der Einzige, der jetzt gerade beißt. Dann fahren wir eben weiter zum nächsten Fischgrund!


Es ist soweit, der Fischfinder meldet in 45 m Tiefe einen Fischschwarm. Jetzt aber die Angel ins Wasser. … doch wann erreicht eigentlich der Angelhaken 31 – 36m Tiefe?


Das ist nicht sicher herauszubekommen und so fange ich nichts 🥴
Es sind noch öfter Fische auf dem Bildschirm zu sehen, doch ausgerechnet als keiner zu sehen ist, fängt Kerstin einen großen Fisch aus der Tiefe. Er wird hervorragend schmecken, doch was es für ein Fisch ist, wissen wir bis heute nicht 🤔


Als wir zurück fahren sind wir sehr dankbar, das uns das Navi den Weg anzeigt. Ich bin gar nicht sicher, ob wir zurückgefunden hätten. Es sieht irgendwie immer gleich toll aus!


Wir kommen zurück, geben das Boot wieder ab und haben eine wirklich tolle Tour hinter uns. Das war ein richtig schöner Nachmittag, wir sind ganz schön herumgekommen und haben sogar etwas zu essen gefangen!


Unsere heutige Bootstour in graphischer Darstellung:


Elchsafari

Nach dem Abendbrot sitzen wir noch vor dem Mobil und hören die abenteuerlichen Gespräche einiger anderer Camper durch die abendliche Ruhe schallen. Gegen 21:30 Uhr verlassen wir zu Fuß den Platz, denn hier kann man abends oder morgens Elche sehen …


Wir sind 1,5 h unterwegs und hoffen immer auf die Begegnung mit den Herrschern der skandinavischen Wälder. Plötzlich sehen wir … ein Reh.
Kein Elch – doch das ist ja nicht schlimm – immerhin haben wir einen schönen Spaziergang in herrlicher Umgebung gemacht den wir kurz nach 23°° am Fjord beenden.

Es ist nicht nur spät, es ist auch kühl geworden. Lange bleiben wir dadurch nicht mehr auf dem Steg und ziehen uns ins Mobil zurück.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 230 Kilometer, Fahrzeit ca. 4 Stunden

* Wikipedia