der Weg zum Nordkap


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… mit dem Wohnmobil durch Schweden und Finnland


Mittwoch, 13.07.2022, 6. Tag

Heute wird unser Wandertag. Nach dem Frühstück packen wir Verpflegung und Getränke ein und fahren um 9:10 Uhr mit dem kostenfreien Bus zum Südeingang des

Skuleskogens Nationalpark

Webseite, googlemaps


Gut, dass wir uns entschieden haben den ersten Bus zu nehmen. So sind wir auch unter den Ersten, die am Südtor aussteigen und in den Nationalpark gehen. Hier, direkt am Südtor ist ein kostenloser Wohnmobilstellplatz. Er steht voll mit Mobilen aus Deutschland … 🤔

Der 1984 eingerichtete Nationalpark Skuleskogen mit einer Gesamtfläche von 2360 Hektar liegt in einer bergigen, sehr abwechslungsreichen Küstenregion an der Ostsee südlich von Örnsköldsvik. Die Höga Kusten (Die hohe Küste) genannte Region liegt dort, wo in der letzten Eiszeit das Inlandeis am dicksten und somit das Land am weitesten nach unten gedrückt wurde. Nach dem Abschmelzen der Gletscher stieg das Land auf und es entwickelte sich diese sehenswerte Landschaft.*


Nach kurzer Orientierung finden wir unseren Weg, der immer an der Ostsee entlang Richtung Näskebodarna führt. Wie in den schwedischen Nationalparks üblich, kann man sich überall mit dem Zelt niederlassen. Es gibt ausreichend Feuerstellen, die oft sogar einen Grillrost haben. Holz (grob gespalten und gestapelt) findet man in der Nähe dieser Feuerstellen.


Durch die sonst unberührten Wälder Schwedens führt ein teilweise befestigter Weg. Bleibt man mal kurz stehen und lauscht in den Wald ist es fast völlig ruhig. Fast, denn nach einem kleinen Moment hört man plötzlich ein Summen von Bienen, das Brummen der Käfer, das rauschen der Blätter und hier und da knackt es irgendwo in den Ästen oder am Boden. Sonst ist Stille. Echte Stille.

Hütten im Park

Zum ersten Mal sehen wir Hütten, die man hier im Park nutzen kann. Oft haben sie mehrere Betten mit Matratze, einen Kamin und vor diesen Hütten steht ein Holzfeuer-Grill … hier kann man doch sehr gut eine Nacht verbringen! 👍🏻
Axt und Schaufel – alles ist vor Ort. Diese Hütte hier war belegt, doch es gibt viele dieser Hütten, und einige von ihnen standen leer.


Zuweilen ist der Weg auch anstrengend. Es sind hin und wieder ganz schöne Steigungen zu bewältigen, die kann man gut schaffen … doch es soll noch schlimmer kommen …

Mittag

Passend zur Mittagszeit stoßen wir auf eine leere Hütte an der Ostsee, deren Grill/Feuerstelle wir nutzen. So können wir unser Picknick warm verzehren. Zack – die auch hier bereitliegende – allerdings stumpfe – Axt geschnappt, Holz gespalten und ein Feuer gemacht.


mmmmh – der Schafskäse schmilzt auf dem Holzofenbrot,
während die Würstchen immer leckerer werden… leider sind nur noch 2 da! 🤔


7,5 Km sind wir bis hierher gelaufen und nun machen wir uns auf den Rückweg. Nun kehren wir der Küste den Rücken und gehen weiter in den Nationalpark hinein. Der Weg wird immer steiler und anstrengender, bis wir tatsächlich einen trockenen Wasserfall hochkraxeln …


So richtig kaputt kommen wir oben an und werden mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Es ist wunderschön, als wir eine Pause machen und auf die Ostsee sehen. An dieser Halbinsel dort unten haben wir gerade Mittag gegessen.

zum Baden geklettert

Den Rückweg zum Südtor haben wir so gewählt, das wir an einem See vorbeikommen. Es ist der Tärnättvattnen. Den See zu finden ist einfach und schon kann ich hineinspringen … naja, eher hineinrutschen, denn von Algen überwachsene glatte Steine sind an seinem Ufer.
Kalt finde ich den See nicht, es ist sehr angenehm hier zu schwimmen.


Vom See aus geht es zurück zum Süd-Tor. Man oh man – der Weg zieht sich jetzt aber! Irgendwie fehlen selbst mir die Worte oder die Kraft noch zu reden. Die Luft ist einfach raus.
Hier startet der Weg oben auf dem Plateau über die Steine, später durch den Wald.


Gut, das wir den Bus schaffen, der pünktlich 18:10 Uhr an der Haltestelle steht. Ein halbe Stunde später sind wir am Stellplatz und machen heute nix mehr.

Es gibt noch etwas zu essen, aber nicht einmal mehr ein Foto davon …
Abends regnet so richtig los – es gießt wie aus Kannen …


Es ist uns egal und wir gehen trotzdem über die Straße zur Sauna. Gern nehmen uns diese Entspannungszeit mit dem Besuch im Natur-Tauchbecken. Es ist einfach zu angenehm und heute bleiben wir sogar allein … wer geht bei diesem Wetter schon raus?

🥱 💤



Donnerstag, 14.07.2022, 7. Tag

Wir werden wach und keiner will zuerst aufstehen – weil sicher alles weh tut …
Ha – es ist aber gar nicht so! Ja, ein bisschen ziept es vorn und drückt hinten, aber alles in allem ist es gut und der Tag kann beginnen.

Es ist halb zehn, als wir den Platz verlassen. Immernoch begleitet uns eine dicke Wolkendecke und auch der Regen lässt nicht lange auf sich warten.

mach mal Pause

Es geht jetzt auf der E4 in den Norden. Im Grunde geht es immer an der Ostsee entlang, doch davon bekommt man nichts mit. Wir überbrücken die Fahrtzeit mit einem Hörspiel. Plötzlich ist ein ICA an der Strecke und da zufällig auch noch Zeit für eine Pause ist, stehen wir schon davor. Kerstin möchte mal in den Laden sehen und kommt mit einer Tüte wieder zum Mobil zurück. Diese schwedischen Zimtschnecken – Kanelbulle – mit denen Kerstin zurückkommt, sind schon eine Leckerei! Vor allem, wenn sie frisch gemacht sind 😋


Die Kanelbulle (von Schwedisch kanel = Zimt und bulle = Schnecke/Hefeteilchen; Plural kanelbullar), eine Art Zimtschnecke, ist eine schwedische Backwarenspezialität. Sie ist eines der bekanntesten und beliebtesten Gebäcke Schwedens und wurde in den 1920er Jahren eingeführt, als nach dem Ersten Weltkrieg die Verfügbarkeit von Backzutaten zunahm. Die Kanelbulle besteht hauptsächlich aus Weizenmehl, Milch, Hefe, Zucker und Butter oder Margarine. Oft wird der Teig mit Kardamom gewürzt. Die Füllung besteht normalerweise aus Butter/Margarine, Zucker und Zimt; aber auch andere Gewürze, Früchte und Ähnliches sind möglich. Die bullar werden mit aufgeschlagenem Ei bestrichen und mit Hagelzucker bestreut.*

Der nächste Stopp wird nicht so preiswert und irgendwie wirkt er auch erzwungen …


Weiter geht es – so ist es eben an einem Fahrtag – doch wir wollen noch den Gastank füllen!
Eine Gastankstelle habe ich in Piteå gefunden und das Navi führt uns schon dorthin.
Das Wetter ist jetzt besser geworden, jetzt scheint öfter schon die Sonne!


Nach dem Gas tanken haben wir gedacht, auf dem großen Stellplatz in Piteå unterzukommen, doch schon als wir ihn anfahren ist uns klar: lieber fahren wir ein Stück weiter, als hier in diesem völlig überfüllten Gewimmel eine Nacht zu verbringen. Dank Park4Night finden wir

Selholmens Camping

Webseite, googlemaps, meine Beurteilung


Ein kleiner, netter Platz mit einem sehr netten Betreiber! Wir haben auch noch das sonnige Wetter auf unserer Seite, doch gleich wird es sich ändern. Wir essen Abendbrot bei herrlichem Landregen vor dem Mobil unter der Markise. Das selbstgebackene Brot muss verbraucht werden und die von Kerstin gezauberten Rühreier mit Speck und Tomaten auf Rucola sind irgendwie immer lecker!


Nach dem Essen kommt doch glatt die Sonne wieder heraus und ich nutze die Zeit, um die Drohne noch einmal zu starten. So kannst du auch ein Bild von der Umgebung machen 😉

Immer mehr Fahrzeuge kommen zum Abend noch an und am Ende ist dieser Platz voll.
Hier hat es in den letzten 5 Tagen immerzu geregnet, sagt der Platzwart, deshalb kann er nicht alle Plätze vergeben, weil der Rasen komplett aufgeweicht ist. Das merken wir auch, denn als wir zum Wasser gehen stehen wir fast Knöcheltief im matschigen Rasen.

ein Bad am Abend


Die starke, komische Strömung ist unangenehm und so bin ich schnell wieder raus. Am Boden strömt das Wasser schneller als an der Oberfläche. Ich muss schon in Ufernähe kräftig schwimmen und mache keine Geschwindigkeit über Grund.

Bald schlafen wir den Schlaf der Gerechten und haben die Rollos alle geschlossen, denn dunkel wird es ja nicht mehr …


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 400 Kilometer, Fahrzeit ca. 5,5 Stunden


Freitag, 15.07.2022, 8. Tag

Wir haben gut geschlafen! Die Sonne scheint schon, es ist schön warm und wir frühstücken vor dem Mobil. Der Vorteil eines kleinen Platzes ist natürlich auch die Ruhe, die er bietet.


Beim Einpacken der Stühle in die Garage entdecke ich, das die Anzeige des Reglers der Solaranlage ohne Funktion ist. Ein Kabel hat sich gelöst. Kurze Reparatur – nicht, das es noch zu einem Kurzschluss kommt!


Dann können wir los. Unser nächstes Ziel ist wieder ein Teil unserer Reiseplanung.
Der Weg dorthin ist kurz, aber landschaftlich sehr ansprechend!

Storforsen

Storforsen ist der Name großer Stromschnellen am Piteälven in der Provinz Norrbottens län in Nordschweden. Sie liegen etwa 38 km nordwestlich des Ortes Älvsbyn. Bei einer Fallhöhe von 60 Metern wälzen sich durchschnittlich 250 m³ Wasser pro Sekunde talwärts, was sie zu den größten Stromschnellen Skandinaviens macht. Die Gesamtlänge der Stromschnellen von Anfang bis Ende beträgt 5 km, wobei sie dabei eine Höhendifferenz von 82 m überwinden. Während der Mittsommerwochen ist das Wasserniveau am höchsten, wobei dann ca. 870 m³ Wasser pro Sekunde ins Tal fließen. Das Gebiet der Stromschnellen ist ein Naturreservat, das durch Wege und Holzstege gut erschlossen ist.*

Direkt an der 374 zwischen Piteå und Jokkmokk liegt der Wasserfall gleich links. Es gibt ein Hotel und (recht neu) einen Campingplatz gleich an der Straße. Ich konnte den Preis bei Nachfrage nicht erfahren, nur gebrummel: „teurer Platz“, „… weit über Durchschnitt“, „… frag nicht“


Ach sieh mal – da iss’er ja schon. Wir stehen auf dem Parkplatz vom Hotel und finden schnell den gut ausgebauten Weg zum Wasserfall. Wie in Nationalparks in Schweden üblich, sind auch hier die Wege befestigt und das gesamte Gelände ist erschlossen.


Umso näher man sich dem Wasserfall nähert, desto lauter wird es. Vom Parkplatz aus kommen wir am Ende des sehr breiten Falles heran. Ein kurzer Weg führt durch den Wald.


Dann kommen wir zum ersten Mal den Stromschnellen sehr nah und im gleichen Moment ist man begeistert, fasziniert und beeindruckt auf einmal. Diese unbändige Kraft, die man hier am Ufer förmlich spürt. Die unerhörte Lautstärke und das Tosen dieser Stromschnellen sind unglaublich!


Man mag Stromschnellen oder nicht – das muss jeder für sich wissen. Ich jedenfalls habe Spaß daran neben ihnen zu stehen und bin nach wie vor hin und weg …
Das können Bilder und meine Worte nicht wiedergeben – sieh dir, wenn du magst, das Video an.

Während wir neben dem Wasserfall hoch und runter laufen, frage ich mich wie man diese Wegbefestigungen gebaut hat und was hier vorher war? Lief der Wasserfall in die Breite?


Wir gehen am Fluss entlang und kehren zurück. Es ist laut und die Wassermassen zeigen, welche Kräfte im Wasser schlummern.

Bald sitzen wir wieder im Mobil und fahren los, denn 4 Ziele haben wir heute noch. Alle 4 „Ziele“ liegen auf dem Polarkreis und sind die Arctic Circel Überquerungen auf verschiedenen Straßen. So geht es Richtung Jokkmokk. Kurz vor dem Ort machen wir den ersten Stop.

Polarcircle Jokkmokk E45


Im hier vorhandenen Shop holen wir aus dem reichhaltigen Angebot ein paar Souvenirs und bekommen auch ein Zertifikat. Die nette Verkäuferin füllt es uns auch gleich aus.


Jetzt geht es gleich zur nächsten Überquerung des Polarkreises, dazu fahren wir durch Jokkmokk, halten an einem ICA und wollen ein paar Dinge einkaufen, auch eines dieser warmen Hühnchen, die nur auf ihren Verzehr warten …

Als wir Jokkmokk auf der 97 verlassen, suchen wir uns erst einmal einen Platz, um die knurrenden Bäuche zu beruhigen.


Na das war ja wieder lecker! Nun können wir uns die anderen Möglichkeiten zur Überquerung des Polarkreises hier in der Nähe ansehen 😉

Polarcircle Jokkmokk 97


Hier erinnert die Pokreisüberquerung mehr an einen gut angelegten Parkplatz mit einem Polar Circle Schild und einem besonderen kleinem Häuschen, welches ein bisschen an ein Zelt der Samen erinnert.

Ich habe im Vorfeld die Karte bei googlemaps angesehen und gleich noch 2 andere Polarkreiskreuzungen gesehen. Dorthin fahren wir jetzt. Allerdings wird es ab Vuollerim Abenteuerlich, denn ab Murjek ändert sich der Straßenbelag. Ab hier fahren wir Schotterpiste.


Hier handelt es sich nicht um eine Baustelle, hier ist die Straße immer eine Schotterpiste! Sie fährt sich gut, ist glatt und fest und auch hier ist der Polarkreis gekennzeichnet.
Für ein Foto stoppen wir natürlich kurz!


Als ich im Navi das neue Ziel einstellen will, schickt es uns zurück 🥴 Warum es das macht, ist mir nicht klar, vielleicht liegt es am Regen? Hier hat es 2 Wochen fast ununterbrochen geregnet hat der Platzwart gestern erzählt. Also wenden wir und biegen bei der nächsten Möglichkeit nach Norden ab … so kommen wir noch einmal über den Polarkreis.

Egal, nun ist es so. Unser jetzt eingegebenes Ziel ist der nächstliegende Campingplatz in nördlicher Richtung. Wir sind unterwegs nach Gällivare. Die Schotterstraßen enden bald und unter den Reifen liegt wieder normaler Straßenbelag.

Es ist schwer einzuschätzen, in welcher Zeit man hier wie viele Kilometer schafft. Auf den Schotterpisten sind plötzlich Löcher die einem zu echt langsamer Fahrt zwingen, schlechte Straßen lassen manchmal nur 60 Km/h zu … so kommt Eins ins Andere und die Zeit vergeht.
Jetzt fahren zum nächsten Platz, den Park4Night uns vorhin vorschlägt. Es ist der

Gällivare Camping AB

Webseite, googlemaps, meine Beurteilung

Um hier vorn am Wasser stehen zu können, muss ich die Wurzeln der Birke nutzen, denn der Boden unter dem Rasen ist durch und durch nass und aufgeweicht. Da etwas Zeit ist, lasse ich gern die Drohne kreisen und so kannst du einen Eindruck bekommen:

Leider fallen mich sofort die Mücken an, als ich draußen stehe. Etwas Mückenspray hilft und ich kann es am Grill kurz aushalten.


Das eingelegte, schwedische Fleisch ist nach unserem Geschmack völlig überwürzt, aber testen muss man einfach alles! Mit dem leckeren schwedischem rote Beete Salat und einem grünem Salat (hauptsächlich aus eigenem Anbau) schmeckt es.


Nach dem Essen gehen wir noch ein wenig die Beine vertreten. Wir sehen uns den Platz an und gehen ein Stück in den Ort, kehren aber bald wieder um, weil es gerade beginnt zu regnen.

Im Grunde legen wir auch viel lieber die Beine hoch und genießen den Urlaub 😉


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 330 Kilometer, Fahrzeit ca. 5 Stunden


Samstag, 16.07.2022, 9. Tag

Regen, Regen, Regen

Die ganze Nacht regnete es! Permanent schlagen die Tropfen aufs Dach.
pock, pockpock, pock, pock

Wir frühstücken natürlich im Mobil nutzen die V+E und fahren dann ab. Wir brauchen noch etwa 15 ltr. Treibstoff bis zur finnischen Grenze, den bunkern wir jetzt. In Finnland, so lese ich im Internet, ist der Diesel deutlich günstiger. Das wollen wir nutzen.


Als ich an der Tankstelle den Motor abstelle schaltet sich auch das Navi aus. Natürlich behält ist das Ziel im Speicher, und als ich wieder starte wählt es plötzlich von selbst die schnellste Route zum Ziel. So kommt es, dass wir ein wenig vom Kurs abkommen, und einen kleinen Umweg fahren müssen. Auf diesem Weg gibt es natürlich Baustellen.

Baustellen in Schweden

Wir haben sie gestern schon gesehen und erleben dürfen schwedische Straßenbaustellen. Der alte Straßenbelag wird komplett entfernt und durch eine dicke Schotterschicht ersetzt. Jetzt sorgt der normale Fahrzeugverkehr für die Verdichtung dieses Schotters. Kommt man zufällig im Regen zu so einer Schotterpiste, sieht das Auto aus, als wäre man 14 Tage durchs Gelände gefahren! Fairerweise muss man sagen, dass diese Schotterstraßen nicht immer Wellblechpisten sind oder mit Schlaglöchern versehen. Wir haben es auch erlebt, dass die 90 Schilder am Straßenrand bei guten Wegen durchaus berechtigt sind.

Meine Güte! Die Scheibenwischer haben heute wirklich nur sehr kurze Stillstandzeiten. Es regnet ununterbrochen!


Gerade lässt der Regen nach, da kommt eine Herde Rentiere. Die lassen wir gern passieren und warten ab, dann geht es schon weiter 😃


Durch den vom Navi ausgelösten Umweg kommen wir nicht mehr mit der berechnen Kraftstoffmenge nach Finnland. Für fünf Cent würde ich – ehrlich gesagt – nicht anfangen zu rechnen. Allerdings ist der Treibstoff in Finnland 0,23 € pro Liter günstiger als hier in Schweden. So tanken wir noch einmal 15 l um sicher bis Kittilä zu kommen.

Dann erreichen wir den Grenzfluss Saaripudas bei Kaunisjoensuu. Über diese Brücke kommen wir nach Finnland. (googlemaps)

Zeitumstellung +1h!

Vor der Grenze haben wir überhaupt nicht mehr daran gedacht – die Uhren ticken in Finnland anders! Die Finnen sind uns eine Stunde voraus. Unsere Uhren, die Telefone und das Navi stellen sich allein um, die Uhren an Bord laufen auf deutscher Zeit weiter.

Was einem hier so alles auf der Straße begegnen könnte … es kommt aber … NIX!!


Wir haben eine ganze Weile gesucht, bis wir einen einigermaßen gelegenen Stell- oder Campingplatz finden konnten. Den Ersten, den wir anfahren – wir hatten es schon fast vergessen – fanden wir schon 2015 nicht so gut. Weit abgelegen, alte sanitäre Anlagen und irgendwie sehr einfach. Diesen Platz wollten wir nicht noch einmal besuchen, so sind wir mit Hilfe der App Park4Night zu einem nahegelegenen Platz in den nächsten Ort gefahren. Hier halten wir gleich an der ersten Tankstelle …


Auf dem gerade gefundenen Stellplatz mitten in der Stadt würden wir nicht nur in der Stadt sondern direkt an der ausnahmsweise viel befahrenen Hauptstraße stehen, oder auf dem Schotterplatz hinter den Häusern. Das ist nun gar nicht unser Ansinnen und wir sehen den Nächsten Platz an. Fahren 4 Km an den Ortsrand, hier ist ein Campingplatz ausgeschildert:

Saunabaari – Levi, Kätkänrannan uimaranta

Webseite, googlemaps


Hier sind wir geblieben, denn wir haben jetzt auch langsam genug von der Fahrerei. Leider kann man hier nicht zwei Tage oder länger stehen bleiben – uns gefällt der Platz nicht so.

Interessant ist die Anmeldung hier am Platz:
Als erstes kann man mit der Übersetzer App das Schild übersetzen. (Bild)
Dann meldet man sich über das Internet an, bezahlt* und bekommt per Mail einen Code, mit dem man die Türen zur Sauna, WC oder zur Dusche öffnen kann.
* leider funktioniert keines der Bezahlsysteme mit deutschen Banken. Weder in Schweden, noch in Finnland können wir die einfache Bezahlung (ähnlich PayPal) nutzen 🥴

Als wir das Mobil geparkt haben und die Anmeldezeremonie hinter uns haben, gehen wir Richtung Innenstadt und tatsächlich – hier kann man sich wirklich etwas ansehen. Am Ende kommen wir noch in einen Supermarkt und können uns finnische Spezialitäten kaufen.


Nun können wir Kaffee trinken. Gerade haben wir eingekauft. Piroggen und Kanelbulle.
Die Überraschung ist: es ist gar keine Zimtschnecke – sie ist einfach mit Marmelade gefüllt.

Die Karelische Pirogge ist eine Spezialität der finnischen Küche. Es handelt sich um eine Pirogge(gefüllte Teigtasche) mit einer sehr dünnen Teighülle und einer regionaltypischen Füllung.*

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen, die Temperaturen sind erstaunlich angenehm.
Es sind 16° C und ich entscheide mich noch einmal hier in den See neben dem Campingplatz baden zu gehen.


Es ist wirklich sehr angenehm! Das Wasser ist gar nicht so kalt wie ich es erwartet habe. Da lässt es sich eine Runde schwimmen 👍🏻

Sauna in Finnland

Dann gehen wir beide in die Sauna.

Hier auf diesem Platz ist es so, dass die Sauna jeweils hinter der Dusche platziert ist. Jeweils d.h. Männlein und Weiblein gehen getrennt in die Sauna. Da der Platz jedoch recht leer ist haben wir uns entschieden gemeinsam in eine Sauna zu gehen. Gesagt getan und wie erwartet gibt es gar keine Probleme, denn wir sind die ganze Zeit allein in dem recht großen Sanitärgebäude.

Dann essen wir zu Abend. Schnell ist der Grill warm und heute gibt es eine schwedische Variante der Pizza. Dazu nehmen wir den gebackenen Feta Käse und noch ein kleines Stück Fleisch von gestern auf dem Grill.


Diese „Pizza“ ist klein und sie schmeckt ganz gut. Es gibt von ihr verschiedene Geschmacksrichtungen. Lies mal weiter, vielleicht kommen ja noch mehr 😉
Den Rest des Abends verbringen wir im Mobil, denn die Mücken sorgen dafür, das man freiwillig nicht draußen sein möchte …


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 320 Kilometer, Fahrzeit ca. 3,5 Stunden


Sonntag, 17.07.2022, 10. Tag

Wir haben heute keinen Wecker gestellt, sind aber trotzdem schon gegen 7°° wach.
Es ist nicht laut oder es gibt sonst ein Grund – wir sind einfach wach. 

Es nieselt ganz leicht vor sich hin heute morgen, wir haben nichts mehr vor dem Auto stehen und sind somit komplett Abreisebereit. Das machen wir dann auch – es gibt einen Kaffee, wir bunkern Wasser und fahren schon einmal los. Frühstücken werden wir später unterwegs!

schon geht die Reise weiter

Wir verlassen den Platz und schon nach ca. 500 m möchte das Navi uns zum Wenden animieren. Das ist wirklich merkwürdig, da lohnt es sich noch einmal nachzusehen und siehe da: selbstständig hat das Navi auf den über 100 km längeren Weg eingeschwenkt. So muss das gestern auch passiert sein … heute währen wir fast wieder den längeren Weg gefahren 🤨. Diese Unzuverlässigkeit ist überhaupt nicht schön und ich stelle mir die Frage ob ich der Karten App von Apple weiterhin vertrauen werde.


Nun sind wir auf der richtigen Route unterwegs, verlassen die Stadt und kommen schon nach kurzer Fahrt an eine Baustelle. Nun gut – Baustellen kommen und gehen – doch was uns hier erwartet ahnen wir jetzt noch nicht:


Wir fahren jetzt 45 km Schotterpiste. Mal ist sie gut mal ist sie schlecht– das Thema hatten wir ja gestern schon.

Im Grunde können wir zufrieden sein, dass es nicht mehr regnet, denn dann sind die Löcher in den festgefahrene Pisten nicht mehr zu sehen. Heute kommen wir ganz gut durch und können stellenweise sogar 80 Km/h fahren.


Als wir das Ende der Baustelle erreichen und auf die Straße fahren, merken wir deutlich dass diese Straße tatsächlich erneuert werden muss. Mal sehen, ob wir diese Straße noch einmal befahren, wenn sie fertig ist??!!


Die letzte Strecke der Baustelle und den weiteren -für finnische Verhältnisse hier im Norden vielbefahrenen – Weg nach Inari habe ich mit der Videokamera aufgezeichnet.
Das ist ein Video von 1,3 h und wer Lust hat kann gern darauf klicken. Musikalisch ist dieses Video von einer norwegischen Band begleitet: Sjuende far i hused

Wir fahren in Inari ein und zielsicher hilft uns das Navi zum Campingplatz

Uruniemi Camping Ky

Webseite, googlemaps, meine Bewertung


An der Rezeption treffen wir gegen 12°° Uhr auf eine ältere Dame, die sogar deutsch spricht, und bitten um einen Platz für zwei Nächte. Gerne ohne Strom, den brauchen wir tatsächlich nicht – dafür sind wir ausgerüstet.
(ich finde persönlich auch zehn Euro pro Tag für Strom einen stolzen Preis!)
Leider, so erklärt der Herr des Platzes, gibt es für unser Mobil nur Stellplätze mit Strom – wir sind zu schwer … Gut – ich bin zwar überzeugt, dass er nicht einschätzen kann, wie viel ich wiege – doch nun stehen wir auf einem Stromplatz für schwere Jungs 😉 (30 € pro Nacht)


Es ist sonst alles in Ordnung und der Platz gefällt uns wirklich gut! Hier können wir entspannen und herunterfahren. Darauf freuen wir uns schon! Die Wetterprognosen stimmen auch – mit Dauerregen ist gar nicht zu rechnen! Wir essen Mittag und legen auch gleich schon mal einmal eine Mittagspause ein.

Geht das Wasser kaputt, wenn ich in See steche??

Danach fülle ich das SUP und fahre eine Runde über den Inarijärvi-See.


Der Inarijärvi eingedeutscht auch Inarisee  ist ein See im finnischen Teil Lapplands in der Gemeinde Inari. Er ist der drittgrößte See Finnlands. Der Inarijärvi liegt nördlich des Polarkreises etwa 1100 Kilometer nördlich von Helsinki. Aufgrund dieser Lage kann es in kalten Jahren vorkommen, dass der See bis in den Juni hinein zugefroren ist. Die maximale Wassertiefe beträgt 92 Meter. Durch seine über 3000 Inseln macht er in manchen Teilen eher den Eindruck eines Labyrinths aus Wasserstraßen als den eines offenen Sees.*


Nachdem es mir auf dem Wasser wirklich gefallen hat, gehe ich gleich noch in den See eine Runde baden. Er ist nicht kalt, wie ich das hier im Norden durchaus erwartet hätte!


Dann ist es Zeit zu Chillen, wie man das jetzt anscheinend so sagt. Der deutsche Begriff „Faulenzen“ wäre vielleicht der passendste, doch Wikipedia meint:

Chillen (englisch für „kühlen, abkühlen“; im amerikanischen Slang auch für „sich beruhigen, sich entspannen, rumhängen, abhängen“) ist ein aus dem englischen Sprachgebrauch übernommener Begriff der Jugendsprache.*

Abendbrot

Bald gibt es Abendbrot. Die Sonne steht nach wie vor hoch am Himmel und wäre die Wolken nicht, könnten wir uns tatsächlich Sonnen!


Zum Abendbrot gibt es heute eines der finnischen Nationalgerichte: Mustarmakkara

Mustamakkara (schwarze Wurst) ist eine finnische Blutwurst. Es ist eine typische Spezialität in Tampere, wo sie frisch am Hafen oder Markt aus Imbisswagen verkauft wird. Traditionell wird sie heiß mit Preiselbeerkonfitüre und kalter Milch gegessen. Mustamakkara besteht unter anderem aus Schweinefleisch, Schweineblut, Roggengrütze, Roggenmehl und Zwiebeln, welche in einen Naturdarm abgefüllt werden.*


Nach dem Essen drehen wir noch eine Runde über den Platz. Der ist mittlerweile richtig voll geworden! Ab dem Nachmittag kommt hier Einer nach dem Anderen an. Viele deutsche Nummernschilder sind an den Fahrzeugen und nun kann (oder muss) man den Gesprächen von einigen Gruppen lauschen, wie es am Nordkap war, was unterwegs so alles passierte usw.


Irgendwann wird es dann ruhig und die Nacht ist angenehm. Ein kleines bisschen dämmert es, doch dunkel wird es gar nicht mehr.


Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

ca. 180 Kilometer, Fahrzeit ca. 2,5 Stunden

* Wikipedia